Über die Initiative

Luftbild des geplanten Schulcampus

Die Initiative Schulcampus Lohsepark setzt sich für eine gute und gut geplante weiterführende Schule in der HafenCity ein. Hier engagieren sich Eltern, Akteure aus dem Quartier und alle, denen Bildung und eine lebendige Verbindung zwischen Schule und Stadtteil am Herzen liegt. Wer mitmachen will, schreibt uns einfach eine Email: info@schulcampus-lohsepark.de

Ende 2015 lud die Schulbau Hamburg, die zur Finanzbehörde gehört, Vertreter von Schulbehörde, Stadtenwicklungsbehörde, Lehrer und zivilgesellschaftliche Akteure aus der HafenCity zur sogenannten Phase 0 ein. Hier sollten alle gemeinsam den Flächenplan für den Schulcampus Lohsepark entwickeln.

Dieser Flächenplan sieht vor, wie die für das Gebäude und die Freiflächen zur Verfügung stehenden Quadratmeter konkret verteilt werden sollen. Also wie groß zum Beispiel die Klassenräume und die Differenzierungsflächen sein sollen, wie die Schulkantine positioniert wird; oder dass die Aula, die Sporthalle, die Räume für Musik und Darstellendes Spiel, die vom Quartier mitgenutzt werden sollen, von der Schule abgetrennt werden können und für die Nutzer gut zugänglich sind.

Anschließend entwickelten die an der Phase 0 beteiligten Lehrer mit der Schulbehörde das Leitbild für den Schulcampus Lohsepark, an dem sich das künftige inhaltlich-pädagogische Konzept orientieren soll.

In der Phase 0 wurde auch beschlossen, dass hier ein Modellprojekt für Hamburg entstehen soll. Nämlich eine Clusterschule aus Stadtteilschule und Gymnasium, in der die Klassen beider Schulformen jahrgangsweise zusammen untergebracht werden.

Nachdem die Phase 0 abgeschlossen war, begannen Planungen, über die die Teilnehmer aus dem Quartier nicht informiert wurden. Die Finanzbehörde, die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, die HafenCity Hamburg GmbH und die Schulbehörde beschlossen, die Teilung des Grundstücks voranzutreiben. Der südliche Teil an der vierspurigen Versmannstraße für die Schule, der nördliche Teil am Lohsepark für ein Wohngebäude.

Diese Idee ließen sie in einem sogenannten städtebaulichen Gutachterverfahren prüfen. Vier Büros stellten am 27. März 2018 ihre Vorschläge vor, wie die Flächen für die Schule und für Wohnen auf dem Grundstück verteilt werden sollen. Die Teilnehmer der Phase 0 aus dem Quartier drängten in Eigeninitiative darauf, an der Jurysitzung teilnehmen zu dürfen, was schließlich gestattet wurde. Auch geladen wurden Elternvertreterinnen aus der Katharinenschule.

An der Diskussion über die vier Entwürfe konnten diese Vertreter von Eltern und Stadtteil teilnehmen; abstimmen konnten sie leider nicht. Denn ausgewählt wurde ausgerechnet der Entwurf vom Architekturbüro Haas Cook Zemmrich STUDIO2050 aus Stuttgart.

Die Elternvertreterinnen wandten sich wenige Tage nach der Jurysitzung mit einem äußerst sorgenvollen Brief an die Schulbehörde. Kurz danach gründeten sie gemeinsam mit anderen Akteuren aus dem Quartier die Initiative Schulcampus Lohsepark und baten die am Verfahren beteiligten Behörden um Gespräche.

Die Schulbau Hamburg hat sich entgegen der eigenen Richtlinien geweigert, das abgestimmte Protokoll der Jurysitzung sowie den Siegerentwurf und die drei Alternativ-Entwürfe zu veröffentlichen und uns mit Hinweis auf die Vertraulichkeit des Verfahrens untersagt, anderen die Unterlagen zu zeigen. Zeitgleich veröffentlichte die HafenCity Hamburg GmbH den - etwas vergrößerten - Siegerentwurf auf ihrer Website. Unabgesprochen, wie die Schulbau Hamburg erklärte. Inzwischen wurde uns mitgeteilt, die Unterlagen würden auf der Website der Schulbau Hamburg veröffentlicht werden.

Am 3. September 2018 kamen auf unsere Einladung hin Bürgerschaftsabgeordnete fast aller Fraktionen (nur der FDP-Abgeordnete war verhindert) zu einer Gesprächsrunde mit unserer Initiative; auch Vertreter der Verbände der Opfer des Nationalsozialismus waren gekommen. Die Initiative Schulcampus Lohsepark stellte fünf zentrale Forderungen vor:

  • komplett ebenerdige Freiflächen
  • Nutzbarkeit schulischer Räume für das Quartier
  • Einbindung des denk.mal Hannoverscher Bahnhof
  • Partizipation der Initiative Schulcampus Lohsepark am weiteren Planungsprozess
  • Erst Planung, Bau und Alltagsbetrieb der Schule, danach ggf. Planungen für weitere Bebauung

Während dieser Runde sagten SPD und Grüne zu, sich dafür einzusetzen, dass die Initiative bereits an der Entwicklung der Ausschreibung für den Hochbauwettbewerb während der Phase Null beteiligt wird. Zwei Tage später lehnten bei einer Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft die beiden Regierungsparteien - gegen die Stimmen der Opposition - den Antrag der CDU-Fraktion ab, dass der Schulsenator die Planungen für den Schulcampus Lohsepark in den Ausschüssen für Stadtentwicklung und Schule vorstellt.

Im Oktober und November führte die Initiative Schulcampus Lohsepark Gespräche mit der Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen sowie mit dem Schulsenator und dem Geschäftsführer der HafenCity Hamburg GmbH über die Kritik an der geplanten Teilung des Grundstücks und über eine Beteiligung der Initiative an den künftigen Planung von Schulgebäude und Freiflächen. Der Schulsenator stellte im November 2018 die Bedingung, dass die Initiative nur an der Weiterentwicklung des Schulcampus Lohsepark beteiligt werde, wenn sie auf ihre Forderung eines komplett ebenerdigen Schulhofs verzichte.

Die Initiative befragte dazu ihre UnterstützerInnen, die sich einhellig dem Vorschlag anschlossen, dem Schulsenator zurückzumelden: Die Initiative möchte sich gerne an den künftigen Planungen insbesondere für die Hochbauausschreibung beteiligen und ihr Expertenwissen als Eltern, Anwohner, Bürger einbringen, und sie hält es für selbstverständlich, dass mündige Hamburger Bürger ihre eigene Haltung haben und vertreten.

Im Januar 2019 lud die Schulbehörde die Initiative Schulcampus Lohsepark ein, Vorgespräche über eine Beteiligung an der Ausschreibung des hochbaulichen Wettbewerbs zu führen.

Am 24. Januar 2019 wurde in der Bezirksversammlung Mitte über den Schulcampus Lohsepark diskutiert. Die CDU-Fraktion hatte den Antrag gestellt, das Baufeld 77 nicht zu teilen, berechtigte Bedenken der BürgerInnen zu berücksichtigen sowie die Initiative Schulcampus Lohsepark kontinuierlich über die Planungen zu informieren. Der Antrag wurde in den Hauptausschuss verwiesen, der im April tagt.

Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen kündigte an, dass der geänderte Bebauungsplan-Entwurf HafenCity 10 im April oder Mai öffentlich ausgelegt wird. Bei einem Gespräch mit Schulbehörde und Schulbau Hamburg stellte die Initiative Schulcampus Lohsepark die Idee vor, Wohnungen nicht neben der Schule, sondern auf dem Dach der Schule zu bauen - wie dies in anderen Städten bereits umgesetzt wird.

In verschiedenen Gesprächen mit Politik und Behörden argumentierte die Initiative Schulcampus Lohsepark, dass auf dem Baufeld 77 in hybrider Nutzung des Schulgebäudes ein in der HafenCity dringend benötigtes Quartierszentrum entstehen solle, für lebenslanges Lernen, für Beratung, für Sport und Freizeit.

Zur Bürgerveranstaltung "HafenCity Forum" zum Thema Schulcampus Lohsepark kamen am 29. März 2019 mehr als 100 AnwohnerInnen, Eltern, Interessierte sowie Bezirks- und Bürgerschaftsabgeordnete ins Ökumenische Forum. In der Diskussion mit Vertretern von Schulbehörde und Behörde für Stadtentwicklung kritisierten sie unter anderem, dass die Schule durch den Wohnungsbau in ihren Entwicklungsmöglichkeiten beschränkt und die Chance verpasst werde, eine weiterführende Schule und ein Quartierszentrum in der HafenCity zu schaffen.

Am 1. April kündigten die Bezirksfraktionen von SPD und Grünen an, im Hauptausschuss der Bezirksversammlung gemeinsam den Antrag zu stellen, das Baufeld 77 vom Wohnungsbau freizuhalten: "In einer wachsenden Stadt muss die soziale Infrastruktur mitwachsen. Daher setzen sich die Bezirksfraktionen von SPD und GRÜNE für die Nutzung des Geländes des Schulcampus für die soziale Infrastruktur und kreativ genutzten Freiraum ein und möchten die zurzeit für Wohnungsbau geplante Teilfäche freihalten. Stattdessen sollen Bolzplätze, Einrichtungen für Jugendliche und Freiräume zur kreativen Aneignung entstehen können. Ein entsprechender Antrag soll in diesem Monat vom Hauptausschuss der Bezirksversammlung beschlossen werden."

In der Sitzung des Hauptausschusses der Bezirksversammlung Mitte am 9.4.2019 legten SPD und Grüne jedoch einen veränderten Antrag vor. Darin wird eine Zurückstellung des Wohnungsbaus nur bis zur Fertigstellung des Schulentwicklungsplans gefordert. Der Antrag wurde mit den Stimmen von SPD, Grünen und CDU angenommen. Der Antrag der CDU, das Schulgrundstück im Gemeinbedarf zu belassen und einen komplett ebenerdigen Schulhof vorzusehen, wurde abgelehnt.