Erste Lesung in der Bürgerschaft: SPD und Grüne stimmen für MSC-Neubau

Die Bürgerschaft hat in erster Lesung über den MSC-Deal abgestimmt. Mit zwei Ausnahmen haben alle Abgeordneten von SPD und Grünen dafür gestimmt und sich somit auch dafür ausgesprochen, dass MSC direkt neben dem Campus HafenCity baut – und zwar während dort Kinder lernen sollen. Die Opposition hat dagegegen gestimmt. Die CDU hat inzwischen erklärt, dass sie, sollte sie bei den Bürgerschaftswahlen am 2. März 2025 die Mehrheit erhalten, dieses Grundstücksgeschäft auf den Prüfstand stellen werde; der Standort neben der Schule sei ungeeignet .

Für einen Termin nach der Abstimmung in der Bürgerschaft hat sich die Schulsenatorin Ksenija Bekeris beim Elternrat des Campus HafenCity angemeldet. Gemeinsam mit Schulbau Hamburg möchte sie sich vor Ort ein Bild von der temporären Schule und der für MSC vorgesehenen Fläche machen und mit den Elternvertreter:innen darüber ins Gespräch kommen. Zuvor hatte die Schulsenatorin auf die Forderung der Initiative Campus HafenCity, ein anderes Grundstück für MSC zu finden, in einem Brief geantwortet, dass die Menschen in der HafenCity, also auch die Kinder, "Kompromisse machen" müssten.

Für den 4. September ist die zweite und letzte Lesung des MSC-Vertrags in der Bürgerschaft angesetzt. Dass es überhaupt zwei Lesungen gibt, ist CDU und Linken zu verdanken. Es bleiben die Sommerferien für die Abgeordneten von Grünen und SPD, um darüber nachzudenken, ob sie ihre Kinder in Klassenräume schicken würden, vor denen Maschinen mit 110 db arbeiten.

Wirtschaftssenatorin Leonhard: MSC-Bauarbeiten nur außerhalb der Unterrichtszeiten

Das MSC-Gebäude auf BF 73 soll nur außerhalb der Unterrichtszeiten des Campus HafenCity gebaut werden – diesen Vorschlag hat die Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard während der Öffentlichen Anhörung zum MSC-Deal im Hausshaltsausschuss der Bürgerschaft gemacht.

Ist das realistisch? Nein. Denn die Gründung eines so großen Gebäudes mit Abriss der Kaimauern, Anlegen einer Baugrube im Fleet, Setzen von Pfählen etc. dauert ohnehin schon mehrere Monate. Entweder müssen diese Arbeiten dann zwischen 7 und 8 Uhr morgens und dann wieder ab 16 Uhr gemacht werden. Oder sie finden in den Sommerferien statt, dann wird zwei Monte bis zu den Herbstferien höchstens stundenweise gearbeitet, dann wieder zwei Wochen lang täglich und so weiter. Auf diese Weise würde es allein schon mehrere Jahre dauern, bis das Fundament fertiggestellt ist. Kostenexplosion inklusive.

Weiß Melanie Leonhard das nicht? Oder weiß sie es und hat den Abgeordneten und der Öffentlichkeit Sand in die Augen gestreut?

Zu Beginn der Anhörung hatte Hans-Christian Kölln als Vertreter der Initiative Campus HafenCity den Abgeordneten die Auswirkungen des geplanten MSC-Gebäudes auf BF 73 am Ericusfleet auf die weiterführende Schule erläutert: gesundheitsschädlicher Lärm durch Baustelle und Baumaschinen, Gefahren durch den schweren LKW-Verkehr direkt an der Schule, Feinstaub. Außerdem stellte er Forschungsergebnisse vor, die belegen: Bei Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen oder mit Migrationshintergrund, für die Deutsch eine Zweitsprache ist, verschlechtern sich die Leseleistungen in einer lauten Umgebung um 75 Prozent ! Hinzu kommt, dass auch ihr Hörverstehen massiv leidet. Die Folge: Sie kommen im Unterricht nicht mit.

Wir sind hier, und wir sind viele!

Die Überseeallee: gesperrt. Osakaallee: gesperrt. Sandtorkai: gesperrt. Denn über diese Straßen zogen Kinder, Eltern und Bewohner:innen der HafenCity, um bei der Demo "Lernen statt Lärm" gegen den geplanten MSC-Bau neben dem temporären HafenCity zu demonstrieren.

Rund 150 Menschen waren gekommen, mit Schildern und Trillerpfeifen. Kinder aus den verschiedenen Schulen im Quartier waren dabei, ihre Eltern, aber auch Menschen, die sich Sorgen machen über den Schaden für Klima und Biodiversität, den eine Bebauung von BF 73 mit einer neuen MSC-Zentrale verursacht. "Wir wissen von Fachleuten, dass die Baustelle so laut wie ein Rockkonzert ist", sagte Hans-Christian Kölln, Vorsitzender des Elternrats des Campus HafenCity bei der Abschlusskundgebung genau gegenüber vom heutigen MSC-Sitz. Der Protest richte sich aber auch gegen den "ökologischen und ökonomischen Unsinn" des Bauvorhabens.

Bei der Demo wird es nicht bleiben. Kölln kündigte vorsorglich an: "Wir kämpfen weiter!"

28.5, 16.15 Uhr: Demo "Lernen statt Lärm"

Die Reederei MSC habe sich "gewünscht" auf BF 73 ihren Neubau zu errichten, sagt der HafenCity Hamburg-Chef Andreas Kleinau im Interview der HafenCity Zeitung, also rund 20 Meter entfernt von den Klassencontainern des Campus HafenCity. Die Kinder dagegen müssen "Kompromisse" machen, schrieb uns die Schulsenatorin.

Wir denken: Die Kinder haben Priorität und ein Recht auf einen Ort, an dem sie in Ruhe lernen können und zu dem sie sicher gelangen! Deshalb gehen wir auf die Straße. Kommt am Dienstag, 28. Mai, um 16.15 Uhr zur Demo gegen den MSC-Bau! Startpunkt ist der Campus HafenCity, die Demo endet vor der heutigen MSC-Zentrale am Sandtorkai. Dort gibt es für alle ein Eis. Seid dabei!

Elternrat in der "HafenCity Zeitung": "Wie wäre es mit BF 119 an den Elbbrücken für MSC?"

"Der rot-grüne Senat schickt sehenden Auges die Schule in einen massiven Konflikt mit MSC. Für SPD und Grüne haben die Interessen von MSC ganz klar Vorrang vor den Interessen der Kinder." Diese deutlichen Worte findet Hans-Christian Kölln, Elternrats-Vorsitzender des Campus HafenCity, in der Mai-Ausgabe der "HafenCity Zeitung". Er schlägt vor, dass MSC ein anderes Grundstück angeboten wird: "Wie wäre es mit BF 119 an den Elbbrücken? Warum ist für MSC schlecht, was der Senat für die Schule gut genug fand?" In dem Interview fordert Kölln nochmals, dass Senat, Bürgerschaft und Behörden endlich das Gesprächsangebot des Elternrats annehmen und einen lösungsorientierten Dialog beginnen.

Das ganze Interview findet ihr hier: hafencityzeitung.com/e-paper/

Schulsenatorin: Klassenräume als Schallschutz gegen MSC-Baulärm

Die neue SPD-Schulsenatorin Ksenija Bekeris hat nach mehr als zwei Monaten auf unsere Forderung, MSC ein anderes Grundstück zu geben, geantwortet. Die Antwort hat uns allerdings ziemlich erschreckt. „Wir können uns als Gesellschaft nur dann entwickeln und die Herausforderungen dieser Zeit meistern, wenn wir alle Kompromissbereitschaft in unseren Interessen und Anliegen zeigen.“

Damit ist offensichtlich gemeint: Die Schüler:innen sollen Verständnis dafür haben, dass sie mehrere Jahre lang bei durchgehend geschlossenen Fenstern in stark lärmbelasteten, nicht-klimatisierten Klassenräumen direkt an der Großbaustelle lernen sollen – während es „keine Option“ ist, „MSC ein anderes Grundstück für ihre Firmenzentrale anzubieten“. Nicht mal für eine Verschiebung des für 2026 geplanten MSC-Baustarts will die SPD-Senatorin sich engagieren. Bekeris verlangt also keineswegs Kompromissbereitschaft von „allen“, sondern ausschließlich von den Kindern.

Die Verantwortung dafür, dass die Schüler:innen unmittelbar neben der MSC-Großbaustelle lernen sollen, sieht die Schulsenatorin bei – den Eltern. Diese hätten sich ja für den temporären Standort am Lohsepark stark gemacht. Was Bekeris verschweigt: Schulbehörde und HafenCity Hamburg GmbH hatten zugeben müssen, dass auf dem von ihnen ausgewählten, mit 74 db belasteten BF 119 an den Elbbrücken trotz meterhoher Schallschutzwände die gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten werden können.

11.4, 19 Uhr, Campus HafenCity: Diskutiert mit euren Bezirksabgeordneten!

Was macht die Zukunftsfähigkeit eines Quartiers aus? Eine gute Lernumgebung für Kinder und sichere Schulwege? Darüber können Bürger:innen am 11. April 2024 um 19 Uhr mit Abgeordneten der Bezirksversammlung diskutieren, und zwar in der Kantine des Campus HafenCity. Denn: Im Juni sind Bezirkswahlen!

Zugesagt haben zu der Dialogveranstaltung, die vom Netzwerk HafenCity e.V. organisiert wird: Oliver Sträter, SPD, Gunter Böttcher, CDU, Jörg Behrschmidt (Grüne), Marinus Stehmeier (Linke) und Jimmy Blum (FDP). Es moderiert Wolfgang Timpe, HafenCity Zeitung.

DIE LINKE: "Ein Neubau ist nicht die einzige Lösung"

An mehr als hundert Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft haben wir geschrieben und auf die Belastung der temporären Schule durch die MSC-Baustelle aufmerksam gemacht. Geantwortet hat uns allein Heike Sudmann für die Linke: "Zu recht sind Sie über den Umgang des Senats mit dem Baufeld 73 und mit Ihnen als betroffene Bürger:innen sauer. Kaum schien die HPA-Ansiedlung vom Tisch zu sein, knallt der Senat Ihnen und vor allem den Schüler:innen ein neues Projekt vor den Latz." Die Abgeordnete hebt hervor, dass wir "konstruktive Vorschläge" für alternative Standorte gemacht haben.

In der Bürgerschaftsdebatte über MSC hat der Grünen-Fraktionschef Dominik Lorenzen erklärt, seine Fraktion habe mit allen Beteiligten über den MSC-Deal gesprochen. Mit allen? Mit den Eltern und den Kindern des Campus HafenCity jedenfalls nicht. Deshalb wir ihn angeschrieben und um einen Gesprächstermin gebeten. Reaktion? Keine. Soweit zu: Wir sprechen mit allen.

Im Hamburger Abendblatt: Unser Brief an die Bürgerschaft

Einen Tag vor der Regierungserklärung des Ersten Bürgermeisters haben wir an die Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft geschrieben. In dem Brief haben wir sie aufgefordert, dem Verkauf von BF 73 an MSC nicht zuzustimmen. Denn die Kinder müssen Priorität haben vor dem Einzelinteresse des Senats, ausgerechnet dieses Grundstück neben der Schule an MSC zu verkaufen.

Das Hamburger Abendblatt hat in seiner Berichterstattung über die Debatte unsere Kritik aufgegriffen. Unseren Brief an die Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft könnt ihr hier nachlesen.

Download Brief an die Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft

Im Hamburg Journal: MSC-Baustelle so laut wie ein Rockkonzert

Sogar mit einer Drohnenkamera rückte das Hamburg Journal des NDR an, um über unseren Protest gegen den MSC-Neubau zu berichten. In dem Beitrag konnte Hans-Christian Kölln, Elternratsvorsitzender des Campus HafenCity, dann darüber informieren, dass gutes Lernen am Campus HafenCity direkt neben der MSC-Großbaustelle nicht möglich sein wird. Denn allein der Motor der Rammen erzeugt 110 Dezibel - so laut wie ein Rockkonzert! Und das 18 Meter neben den Unterrichtsräumen.

Eigentlich war der Plan des Senats, dass nördlich und südlich der Containerschule zwei Großbaustellen gleichzeitig laufen. Die HPA sagte ihren Neubau nach unseren massiven Elternprotesten ab und kaufte ein Bestandsgebäude.

Den Hamburg-Journal-Bericht gibt es hier (Link zur Mediathek) zu sehen.

Hat ein guter Lernort keine Priorität für den Senat?

"Dass der Senat auf der Nordseite der Schule eine Großbaustelle entstehen lassen will, legt die bedrückende Deutung nahe, dass das Recht der Kinder auf Rahmenbedingungen, die ein guter Bildungsort braucht, keine Priorität für den Senat hat." Der Satz steht in dem Brief, den Elternräte, Netzwerk HafenCity e.V. und wir an die neue Schulsenatorin Ksenija Bekeris geschrieben haben und an jene Senator:innen, die für die Anhandgabe von BF 73 an die Reederei MSC zuständig sind.

Besonders erschreckend ist, dass der Senat offenbar zu einem Zeitpunkt mit MSC verhandelt hat, zu dem ihm unsere Bedenken gegen eine HPA-Baustelle auf der Südseite der temporären Schule bekannt waren.

Weil gutes Lernen in den Klassenzimmern neben einer Großbaustalle nicht möglich ist und außerdem eines der letzten wertvollen Ökosysteme in der HafenCity zerstört werden soll, haben wir die Senator:innen in dem Brief aufgefordert, MSC ein anderes Gewerbegrundstück in der HafenCity anzubieten.

Unser Brief ist hier nachzulesen. Download Brief an den Senat

MSC baut – direkt neben der temporären Schule

Schon wieder schlechte Nachrichten für den Campus HafenCity: Direkt neben der temporären Schule will die Reederei MSC sich ab 2026 eine neue Zentrale errichten. Dies ist Teil des Aktiendeals zwischen Senat und der Reederei. BF 73 erstreckt sich auf der anderen Seite der Stockmeyerstraße entlang des Fleets parallel zum Schulgelände. Dort wird dann die alte Kaimauer abgerissen, es wird mit Spundwänden eine große Baugrube im Ericusfleet gebaut, Pfähle werden in die Erde getrieben – es wird sehr, sehr laut werden. Zu laut für gutes Lernen.

Hans-Christian Kölln, Vorsitzender des Elternrats des Campus HafenCity, erklärt: "Bei den Bauarbeiten für MSC müssen die gesetzlichen Grenzwerte für Lärmimmissionen eingehalten werden. Wir werden es nicht hinnehmen, wenn diese überschritten werden." Dass nach der Absage des HPA-Baus an der Südseite der Containerschule der Senat nun den Weg frei mache für einen 17.000-Quadratmeter Bau an der Nordseite, sei absolut unverständlich. Voraussichtlich erst 2028 wird der Campus HafenCity in seinen Neubau ziehen.

Klar ist: Dass die Schüler:innen des Campus HafenCity gute Lernbedingungen haben, hat für den rot-grünen Senat keine Priorität. Er hätte MSC ja auch ein anderes Grundstück verkaufen können. Zum Beispiel BF 119 an den Elbbrücken.

Absage des HPA-Baus: Die Vernunft hat gesiegt

Unsere Proteste und die vielen Schriftlichen Kleinen Anfragen von CDU und Linken haben gewirkt: Der Neubau der Hamburg Port Authority auf BF 76 am Lohsepark ist abgesagt. Zu teuer ist der offizielle Grund, der Ankauf des ehemaligen Unilever-Gebäudes am Strandkai sei mit 157 Millionen Euro ökonomischer. Auf die exorbitanten Kosten eines Neubaus am Lohseparkhatten wir immer wieder hingewiesen und kritisch gefragt, warum keine Bestandsgebäude genutzt werden. Nachdem zunächst von 130 Millionen Euro für den Neubau ausgegangen wurde, lagen die geschätzten Kosten offenbar am Ende bei mehr als 200 Millionen Euro.

Damit haben wir viel geschafft: Wir konnten den Plan der HafenCity Hamburg GmbH stoppen, die Schulcontainer auf das (wie die HCH schließlich zugeben musste) viel zu laute BF 119 abzuschieben, und den Umzug auf BF 74+75 erreichen. Und nun haben wir es geschafft, dass die Schülerinnen und Schüler in der Containerschule ohne Baulärm lernen können. Das freut uns sehr!

Millionen-Neubau statt Büros im HHLA-Speicher?

Eine Schriftliche Kleine Anfrage der Linken hat Erstaunliches ans Licht gebracht: Die HPA, so erklärt der rot-grüne Senat, wolle im geplanten Neubau neben der Containerschule 650 Arbeitsplätze bauen. Dabei kommen, wie der Senat zuvor mitgeteilt hatte, täglich nur 360 Mitarbeiter:innen ins Büro. Das sind dann für sehr viele Mitarbeitende sogar zwei Zimmer, denn es sind 600 Einzelbüros geplant. Was die Frage aufwirft: Wofür brauchen die alle zwei Büros? Darauf hat der Senat allerdings keine Antwort gegeben. Eine Bedarfsanalyse für einen Neubau hatte die HPA nie anfertigen lassen.

Zudem erkundigte sich die Linke in der Schriftlichen Kleinen Anfrage, warum denn nicht beispielsweise Block V in der Speicherstadt umziehe - der 20.000 qm große Speicher wird derzeit von der HHLA renoviert. Die Antwort: "Damals", was noch vor der Corona-Pandemie war, habe man kein passendes Bestandsgebäude gefunden.

Tagesordnung: Sachstandsbericht HPA

Die Kommission für Bodenordnung ist ein geheimnisumwobenes Gremium. Eine offizielle Mitgliederliste gibt es nicht, die Namen werden von der Finanzbehörde nicht genannt. Man muss sie sich in der Parlamentsdatenbank zusammensuchen, die meisten Mitglieder sind Bürgerschaftsabgeordnete.

Die Kommission entscheidet über die Grundstücksgeschäfte der Stadt – also auch über den Verkauf von BF 76 neben der künftigen Containerschule an die HPA. Dazu sollte es nun einen Sachstandsbericht geben. Für die Abgeordneten, nicht für die Öffentlichkeit. Weil wir zum einen ebenfalls gerne erfahren hätten, was Sache ist, aber zum anderen auch den Kommissionsmitgliedern unsere Kritik an dem Bauvorhaben direkt neben der Schule mitteilen wollten, haben wir an die Mitglieder geschrieben (natürlich haben die Namen schnell herausgefunden) und sie über Lärmemissionen, Sicherheitsfragen und die Fragwürdigkeit des Baus an sich informiert.

Anschließend wurde das Thema von der Tagesordnung der Kommissionssitzung genommen.

Download Brief Baukommission

Cityausschuss beschäftigt sich mit BF 74-76

Der Cityausschuss der Bezirksversammlung Mitte hat sich bei seiner Sitzung im September mit der Empfehlung des HafenCity Forums beschäftigt, dass der temporäre Campus HafenCity auf BF 74-76 kommt. Damit ist nun auch der Cityausschuss informiert über unsere Forderung: dass die weiterführende Schule auf der Gesamtfläche BF 74-76 temporär untergebracht werden soll, da dieser Standort alternativlos ist.

Die HPA baut – oder doch nicht?

Alle Stühle besetzt waren bei der Diskussion mit vier Bürgerschaftsabgeordneten von SPD, Grünen, CDU und Linken zum Thema "Bürger:innen-Beteiligung: Chance oder Show?" in der Kantine des Campus HafenCity. Natürlich ging es auch um die weiterführende Schule: dass die Behörden die Eltern monatelang im Dunkeln gelassen hatten über die Grundstücke, die als Standort geprüft wurden. Für diese gezielte Nicht-Beteiligung gab es in der Eingangspräsentation des Netzwerk HafenCity e.V., das den Diskussionsabend veranstaltete, ein Kreuz unterhalb der "Ladder of Participation" – diese stuft Beteiligung ein in Pseudo-Beteiligung, symbolische Beteiligung und echte Beteiligung mit Entscheidungsmacht.

Der Vorsitzende des Elternrats des Campus HafenCity forderte deshalb Transparenz: Ist beschlossen, dass die HPA ab Frühjahr 2024 auf BF 76 neben der Schule baut? Während des Schulbetriebs? Dirk Kienscherf (SPD) bestätigte beides, gab aber zu, dass der Baustellenlärm fürs Lernen zum Problem werden könne. Farid Müller (Grüne) erklärte auch, der Bau stehe fest, versprach aber trotzdem, ihn im Ausschuss für Öffentliche Bauten zu thematisieren. Heike Sudmann (Linke) kritisierte, dass der geplante HPA-Bau für 360 Menschen, die ins Büro kommen, vollkommen überdimensioniert sei und überflüssig dazu, da die HPA ja ausreichend Bürofläche in der Speicherstadt habe.

Sudmann kündigte an, mit weiteren Schriftlichen Kleinen Anfragen der Sinnhaftigkeit der HPA-Planungen auf den Grund zu gehen.

Download Präsentation

Die Bürgerschaftsabgeordneten kommen zu uns! Bitte mitdiskutieren!

Hamburg sei "Vorreiter im Bereich der Transparenz politischen Handelns" – so formuliert es der rot-grüne Koalitionsvertrag. Wirklich? Über die Pläne, den temporären Campus HafenCity auf das ungeeignete BF 119 zu schieben, wurden die Eltern jedenfalls nicht informiert.

Was also ist transparentes politisches Handeln? Und was echte Bürger:innen-Beteiligung? Darüber kann am Dienstag, 5. September, 19 Uhr, in der Kantine des Campus HafenCity mit Bürgerschaftsabgeordneten diskutiert werden. "Bürger:innen-Beteiligung: Chance oder Show?" heißt die Veranstaltung, die vom Netzwerk HafenCity organisiert wird.

Es kommen: Dirk Kienscherf (SPD), Farid Müller (Grüne), Anke Frieling (CDU) und Heike Sudmann (Linke).

Wir haben wieder an die Senator:innen geschrieben

"Die Straßen zur Baustellenversorgung sollen an mindestens zwei, vielleicht sogar entlang aller vier Seiten direkt an der Schule vorbeiführen. Der zwangsläufig entstehende Lärm einer Großbaustelle von insgesamt 31.000 qm unter- und oberirdisch ist unvereinbar mit einem guten Bil- dungsort."

Diese Sätze stammen aus unserem Brief an Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard, Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein und Schulsenator Ties Rabe. Darin machen wir auf die nicht hinnehmbaren Belastungen einer HPA-Großbaustelle auf BF 76 neben der temporären Containerschule aufmerksam. Lärm stört die Konzentration, erschwert das Hörverstehen und ist besonders schädlich für jene Kinder, die es beispielsweise aufgrund von Aufmerksamkeitsstörungen oder Lerndefiziten ohnehin schwerer haben.

Deshalb werden wir uns weiterhin dafür engagieren, dass die Kinder ungestört ohne Baulärm und Baustellenverkehr im temporären Campus HafenCity auf BF 74-75 lernen können!

Ein herzliches Willkommen für 125 Kinder

Eine beeindruckende Zahl: 125 Fünftklässler:innen haben im Campus HafenCity ihren ersten Schultag gehabt. Drei Stadtteilschulklassen und zwei Gymnasialklassen starten damit am Lohsepark in das neue Schuljahr.

Schulleiterin Meike Ludzay begrüßte die vielen Kinder und Eltern bei strahlendem Sonnenschein. Bis zu den Sommerferien 2024 läuft der Schulunterricht in der Containerschule, dann zieht der Campus HafenCity um auf die nördliche Brache am Lohsepark. Und dann irgendwann endlich in den Neubau. Schulleiterin Ludzay formulierte es so: "Wir werden zusammen in unser großes Schiff umziehen, welches dann wieder hier vor Anker liegen wird."

"Zeit"-Recherche: HPA-Neubau ist 50 Prozent teurer als zu mieten

Bis zu 120 Dezibel erzeugen Baugeräte bei der Gründung - das ist etwa so laut, als würde man bei einem Rockkonzert mit dem Ohr am Lautsprecher kleben. Solche Lärmwerte könnte ein HPA-Neubau neben dem künftigen Campus HafenCity am Lohsepark erzeugen. Obwohl auf der Hand liegt, dass unter solchen Rahmenbedingungen kein gutes schulisches Lernen möglich ist, hält der rot-grüne Senat daran fest, parallel zum Schulunterricht zu bauen.

Das jedenfalls legt die neue Recherche der "Zeit" https://www.zeit.de/hamburg/2023-07/hafencity-kritische-infrastruktur-hamburg-hafengesellschaft nahe . Sie spekuliert, dass der HPA-Neubau womöglich kaschieren soll, dass der rot-grüne Senat eine viel preisgünstigere Möglichkeit ausgeschlagen hat: das Ex-G+J-Gebäude am Baumwall für 25 Euro pro Quadratmeter zu mieten - vielleicht, weil der Senat nicht die Option wahrgenommen hatte, dieses Gebäude selbst zu kaufen.

Wir haben es (fast) geschafft!

Mehr als ein halbes Jahr lang haben wir alle – Kinder, Eltern, Elternräte, Initiative und Netzwerk HafenCity e.V. – dafür gekämpft, dass der temporäre Campus HafenCity an den Lohsepark zieht – mit Erfolg! Schulbehörde und HafenCity Hamburg GmbH werden dem Senat empfehlen, die Container im Sommer 2024 auf die Brachflächen 74-75 am Lohsepark umzuziehen. Dies wurde uns bei einem Treffen im Kesselhaus mitgeteilt. Wir sind sehr froh, dass die Behörden sich damit auf die Lösung verständigt haben, die am besten für die Kinder ist.

Versmannstraße gesperrt - für unsere Demo

Mittags gab es noch ein Gewitter, doch dann strahlte die Sonne für die Demonstration "Klassen statt Büromassen". Rund 250 Kinder und Eltern gingen auf die Straße, um den Umzug der Containerschule auf BF 74-76 am Lohsepark zu fordern. Eine so große Demonstration hat es für ein Quartiersanliegen in der HafenCity noch nie gegeben.

Begleitet vom Demo-Mobil, das über eine große Box mit kampfeslustiger Musik für gute Stimmung sorgte, ging es die Versmannstraße entlang, während sich dahinter die Autos stauten. Pastor Frank Engelbrecht feuerte die Kinder und Eltern zum Zähldialog an: "74?" "Ja!" "75?" "Ja!" "76?" "Ja, klar!"

Das Anliegen der Demo war auf vielen bunten Plakaten zu lesen: Ruhe, Sicherheit, Raum zum Wachsen braucht der temporäre Campus HafenCity. Und das ist nicht auf BF 119 und BF 83a gegeben, sondern nur auf der gesamten Brache am Lohsepark. Ohne Baustellenverkehr und Lärm von einer HPA-Großbaustelle auf BF 76, selbstverständlich.

Lärm ist schädlich für Kinder

Am 5. Juli wollen Schulbehörde und HafenCity Hamburg GmbH die Gespräche mit uns über den Standort des temporären Campus HafenCity fortsetzen. Für uns ist klar: Die Kinder sollen in sicherer Umgebung und ohne gesundheitsgefährdenden Lärm lernen, und die Schule braucht Platz zum Wachsen.

BF 119 an den Elbbrücken ist viel zu laut, BF 83a an der Versmannstraße ist viel zu klein. Nur die gesamte Brachfläche 74-76 ist ein geeigneter Bildungsort. Eine gleichzeitige Baustelle für ein 26.000-qm-HPA-Bürogebäude auf BF 74-76 ist jedoch unvereinbar mit einer guten Lernumgebung.

Denn alle wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen: Lärm ist für Kinder deutlich schädlicher als für Erwachsene. Er beeinträchtigt das Hörverstehen, er beeinträchtigt das Lesen. Besonders betroffen sind KInder, die sich mit Lesen und Schreiben ohnehin schwer tun, die bilingual aufwachsen oder die Aufmerksamkeitsdefizite haben. Ihre Leistungen sinken bei Dauerlärm signifikant ab. Das wollen wir nicht hinnehmen!

Wir demonstrieren: 26. Juni, 16.15 Uhr!

Immer noch hat der Senat sich nicht dafür ausgesprochen, dass der temporäre Campus HafenCity 2024 auf den einzigen vernünftigen Platz umzieht: auf die Brachfläche 74-76 am Lohsepark. Deshalb geben wir unserer Forderung nach einem guten Bildungsort in der HafenCity mit einer Demonstration Nachdruck: Am Montag, 26. Juni, um 16.15 Uhr geht es am Campus HafenCity los. Dann gehen wir ein Stück die Versmannstraße entlang Richtung BF 119 an den Elbbrücken und kehren dann um. Die Demo endet auf BF 74-76.

Die HPA verfolgt weiterhin ihren Plan, auf BF 74-76 ihren Mega-Luxusneubau hinzusetzen: 15.000 Quadratmeter für durchschnittlich täglich 360 Menschen, die dort arbeiten. Die wachsende Schule aber wird mehr als 600 Schülerinnen und Schüler haben – und nach dem Willen der HafenCity Hamburg GmbH sollen die abgeschoben werden: auf BF 119, wo mit 74 db der Lärm gesundheitsschädlich ist und auch durch hohe Mauern nicht ausreichend abgeschirmt werden kann. Oder auf das viel zu kleine BF 83a. Kommt und demonstriert mit!

Download Plakat – bitte teilen!

"Setzen Sie ein Zeichen!"

"Unterstützen Sie die Bemühungen um BF 74-76 als temporären Standort für die weiterführende Schule der HafenCity und der umliegenden Stadtteile. Setzen Sie so ein Zeichen dafür, dass Hamburg jenem Vorhaben oberste Priorität einräumt, das Hunderten von Kindern im Herzen Hamburgs mehrere Jahre lang ein gutes und sicheres Lernen ermöglicht."

Diese Aufforderung haben wir per Brief an die zuständigen Senator:innen Melanie Leonhard (Wirtschaft/HPA), Karen Pein (Stadtentwicklung/HCH) und Ties Rabe (Schule) geschickt. Denn die Schulbehörde hat uns mitgeteilt, der Senat werde im Juni über den temporären Standort des Campus HafenCity entscheiden.

Eine Antwort haben wir noch nicht bekommen. Aber wir erwarten vom Senat, dass er auch im Sinne der Kinderrechte handelt, die vor kurzem in Hamburgs Verfassung aufgenommen wurden.

Was läuft hier eigentlich wirklich?

Die CDU-Fraktion in der Bürgerschaft hat zwei Schriftliche Kleine Anfragen (SKA) gestellt – und erstaunliche Antworten vom Senat bekommen (zum Beispiel, dass bei 80 Prozent Homeoffice für die 360 im Büro Arbeitenden 15.000 Quadratmeter Büro gebaut werden sollen).

Jetzt heißt es in der Antwort auf die zweite SKA: "Bisher sind keine bauvorbereitenden Maßnahmen der HPA mit der HCH auf dem Baufeld 76 abgestimmt. Der HCH sind auch keine von der HPA durchgeführten bauvorbereitenden Maßnahmen dort und auch keine geplanten Maßnahmen der HPA vor Verkauf bekannt."

Nun ist es so, dass wir im April auf BF 76 einen Ingenieur kennengelernt haben , der, wie er uns sagte, im Auftrag der HPA Messgeräte dort aufstellte (siehe Foto vom 21. April 2023), weil das für den Bau und den Arbeitsschutz Voraussetzung sei. Wir fragen uns jetzt: Hat die HPA unabgestimmt, also hinter dem Rücken der HCH, auf deren Grundstück mehrere Tage lang diese Arbeiten vornehmen lassen?

Und dann steht in der Senatsantwort: "Die HPA ist als städtische Gesellschaft eine geeignete Käuferin und Nutzerin für den Standort und hat sich darüber hinaus bereit erklärt, die bestehenden Planungen aufzukaufen und das Vorhaben zeitnah umzusetzen." Dass die HPA sich "bereit erklärt hat", die Pläne zu kaufen, heißt nach unserem Verständnis, dass sie diese Pläne noch nicht von der HIH Real Estate erworben hat. Dazu sagte der Pressesprecher der HIH Real Estate jedoch bereits vor mehreren Wochen: „Auf dem Baufeld 76 wird die neue HPA-Zentrale nach dem Siegerentwurf von Baumschlager Eberle aus dem Architektenwettbewerb von 2018 entstehen. Hierfür hat die Objektgesellschaft die ihr gehörende Architektenplanung an die HPA verkauft."

Wir fragen uns: Was läuft hier eigentlich wirklich?

Wir haben wieder an den Senator geschrieben

Wir haben diskutiert, abgewogen und nun in einem Brief an Schulsenator Ties Rabe unsere Haltung formuliert. Die Elternräte von Campus HafenCity, unsere Initiative Schulcampus Lohsepark und das Netzwerk HafenCity lehnen das von der HafenCity Hamburg GmbH vorgeschlagene BF 83a an der Versmannstraße ab, weil es sich nicht als Schulstandort eignet. Und wir fordern erneut (da BF 119 bereits ausgeschieden ist) die Brachflächen BF 74-76 als temporären Standort für den Campus HafenCity: "Diese Prioritätensetzung würde die Grundlage dafür schaffen, dass die Schule an diesem Ort unter angemessenen Bedingungen wachsen und auch als temporäres Ensemble gedeihen kann: mit einen ausreichend großen Schulhof, einem Guten Ganztag sowie guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr."

Eine maßstabsgerechte Visualisierung von BF 83a mit den künftig benötigten ca. 50 Containern zeigt, wie dicht diese gestellt werden müssten, um sie auf der Fläche von 3000 qm unterzubringen, und zwar bei drei Etagen (also mehr als neun Meter Höhe). Ein guter Bildungsort sieht anders aus.

In dem Brief an den Schulsenator wird auch mangelnde Intransparenz kritisiert: "Uns irritiert darüber hinaus, dass die HPA bereits bauvorbereitende Maßnahmen auf BF 76 angestoßen hat, während die HCH uns gegenüber die HPA nicht mal als Auftraggeber des Bürobaus bestätigt und Sie uns in Ihrem Schreiben vom 7. Februar versichert haben, der Senat werde erst im Juni eine Entscheidung über den temporären Schulstandort und damit auch eine Entscheidung über BF 74-76 treffen. Dieses verstärkt den Eindruck, dass in diesem Verfahren leider nicht alle mit der Offenheit agieren, die notwendig wäre für ein vertrauensvolles Miteinander."

HPA legt nicht mal Bedarfsanalyse für Millionenbau vor

Wenn eine Behörde einen Neubau verlangt, muss sie belegen, dass dieser notwendig ist. Außer die Hamburg Port Authority. Wie der HPA-Pressesprecher in der "Zeit" sagt, würde die HPA lediglich einen Neubau "vorziehen". Eine Bedarfsanalyse kann die HPA nicht vorlegen. "Vorziehen" reicht als Begründung für einen städtischen Millionenbau auf BF 76 am Lohsepark aus?

Nun steht der Senat im Juni vor der Entscheidung: Hat ein Behördenneubau, für den nicht mal Bedarf angemeldet und nachgewiesen wurde, Priorität vor einem guten Bildungsort für Kinder? Derweil schafft die HPA schon mal Fakten und lässt auf BF 76 bauvorbereitende Arbeiten vornehmen.

Übrigens sind neben dem heutigen Sitz der HPA 3000 qm Bürofläche frei. Und diese gehören: der Stadt. Genauer gesagt der HHLA, der heutigen Vermieterin der HPA.

Raum zum Wachsen gesucht

"Wir denken, dass dieses Gelände zu klein ist und Vorgaben über ein notwendiges Mindestmaß an Bewegungsfläche auf dem Pausenhof (5qm/Kind), welches einem Kind zur Verfügung stehen muss, nicht eingehalten werden kann. Zudem kann es Nutzungskonflikte mit Grundschule, Kitas und Anwohner: innen am Baakenpark geben."

Diese Bewertung des von der HafenCity neu vorgeschlagenen BF 83a ("Sportsdome") an der Versmannstraße stammt vom Elternrat des Campus HafenCity. Er hat in seiner Information für die Eltern einige Kriterien zusammengestellt, die der künftige temporäre Standort der weiterführenden Schule erfüllen sollte. Darunter:

• Flächennutzung / Möglichkeit Schul- und Pausenhof / Einhaltung der SBH-Vorgabe von 5 qm/Kind • Wachstumspotential bei unvorhergesehener steigender Zahl von Schüler: innen oder Bauverzögerungen des neuen CHC Gebäudes • Aufenthaltsqualität in den Außenräumen (Lärm, Wind, Schadstoffe) • Aufenthaltsqualität in den Innenräumen (Lärm, Belichtung)

Auf BF 83a können diese Anforderungen nicht erfüllt werden. Die Initiative Schulcampus Lohsepark sieht es daher so: Da der Schulsenator, wie wir auch, BF 119 wegen der miserablen Umweltbedingungen ablehnt, kommt nur BF 74-76 am Lohsepark in Frage.

Pausenhof? Kein Platz!

Die HafenCity Hamburg GmbH möchte weiterhin verhindern, dass der temporäre Campus HafenCity auf die Brachflächen am Lohsepark kommt. Abgelehnt hatten Elterninitiative sowie der Schulsenator das viel zu laute Grundstück BF 119 an den Elbbrücken. Deshalb hat die HCH bei einem Treffen mit Eltern, Schulleitungen, Schulbehörde und Schulbau Hamburg nun das Grundstück BF 83a an der Versmannstraße vorgeschlagen.

Allerdings ist BF 83a nur halb so groß wie die Fläche, die von der Schulbehörde für erforderlich gehalten wird für den temporären Campus HafenCity, und halb so groß, wie das Gelände der heutigen Containerschule. Doch die Schule wird ja noch wachsen! Einen Pausenhof für die bis zu 700 Schülerinnen und Schüler kann es auf dem 3000-Quadratmeter-Grundstück 83a also nicht geben. Daher soll nach Vorstellung der HCH der Baakenpark als Schulhof dienen, der aber auch von Anwohner:innen, Kitas und Grundschule genutzt wird. Die Standort-Entscheidung wird laut Schulbehörde kurz vor den Sommerferien gefällt.

Dass die Schule für mehrere Jahre auf ein offensichtlich viel zu kleines Grundstück umziehen soll, wirft abermals die Frage auf: Warum ist für die HCH der Neubau der HPA auf der Brache am Lohsepark so viel wichtiger als ein guter Bildungsort für die Kinder?

Streit zwischen Senator und HCH?

Die Schulbehörde hat Elternräte, die drei Schulleitungen aus dem Quartier und unsere Initiative Schulcampus Lohsepark zu einem "lösungsorientierten Gespräch" über den Standort des temporären Campus HafenCity in die Räume der HafenCity Hamburg GmbH eingeladen. Der Termin sollte eine Woche nach der Anmeldewoche stattfinden. Doch er wurde abgesagt.

Warum? Weil Schulsenator Ties Rabe und HCH-Chef Andreas Kleinau sich nicht einigen konnten über den Standort. Während nach unseren Informationen der Senator, wie auch Elternräte und Initiative Schulcampus Lohsepark, die Brachflächen 74-76 am Lohsepark für geeignet hält, favorisiert der HCH-Chef dort offenbar einen Büroneubau für die HPA – und bietet die Fläche BF 119 an den Elbbrücken für die Schule an. Die aber ist völlig ungeeignet: zu laut, zu windig und wegen des Verkehrs zu gefährlich.

Nun soll der Senat über den Standort entscheiden. Elternräte und unsere Initiative Schulcampus Lohsepark haben deshalb einen Brief an den Schulsenator geschrieben und ihn aufgefordert, uns endlich in die Entscheidung über den temporären Standort der Schule einzubeziehen – statt uns im Nachhinein zu informieren.

Laut, windig und gefährlich

Offiziell wird die Zahl nicht genannt, aber hinter verschlossenen Türen wird sie diskutiert: 119. Das ist die Nummer der Brachfläche, auf die nach unseren Informationen die HafenCity Hamburg GmbH den temporären Campus HafenCity stellen will, für drei bis vier Jahre.

BF 119 ist das schlechteste aller verfügbaren Grundstück in der HafenCity. Die Gutachten zum Bebauungsplan, eigene Untersuchungen der HCH und die Verkehrsprognose belegen das. Die Lärmbelastung ist demnach vor allem wegen der Bahn sehr hoch. Die Aufenthaltsqualität ist aufgrund des Windes im roten, also miserablen Bereich. Und das Grundstück ist eine Art Verkehrsinsel zwischen U4-Haltestelle, Bahn und den Zufahrten zu Elbbrücke und Freihafenelbbrücke mit etwa 43.000 KFZ, die hier künftig vorbeifahren werden. Davon rund 4460 LKW, inklusive Baustellenverkehr.

Hinzu kommt: Auf genau der Veloroute, die zu BF 119 führt, haben sich kürzlich zwei sehr schwere Unfälle ereignet. Eine 13-Jährige wurde beim Überqueren der Versmannstraße lebensgefährlich verletzt, eine Radfahrerin wurde von einem abbiegenden Bau-LKW überrollt und starb. Der schmale Radweg ist lediglich durch einen weißen Strich von den Fahrspuren abgetrennt.

Fazit: BF 119 ist als Standort für den temporären Campus HafenCity vollkommen ungeeignet.

249 Stimmen für die Brachflächen am Lohsepark

"Die Stadt sollte das Bestmögliche für alle dort bisher zur Schule gehenden und die zukünftigen Kinder tun, und die Umgebung des den Kindern gut bekannten Standorts für die Schule freigeben, bis die eigentliche Schule fertiggestellt ist." Dies ist einer der Kommentare zu unserer digitalen Unterschriftenliste, die wir jetzt an den Schulsenator Ties Rabe geschickt haben.

249 Unterschriften haben wir gesammelt für die gesamten Brachflächen 74-76 als temporären Standort des Campus HafenCity während der Bauzeit des Schulgebäudes. Das ist bei schätzungsweise 400 Schülerinnen und Schülern in der HafenCity eine sehr hohe Zahl. Schulbehörde und HafenCity Hamburg GmbH diskutieren derweil einen Standort an den Elbbrücken. Dort allerdings gibt es massive Lärm- und Schadstoffimmissionen, zudem Baustellen und Baustellenverkehr direkt um die noch freien Brachflächen herum. Und der Fahrradweg entlang der Versmannstraße ist lediglich durch eine weiße Linie vom KfZ-Verkehr abgeteilt.

Und wieviele Kfz werden in Zukunft auf dem östlichen Teilstück der Versmannstraße fahren, falls diese ab 2025 wieder zwei Spuren pro Richtung hat? Nach der neuesten Verkehrsprognose: rund 43.000 Kfz täglich. Davon 4460 LKW.

Inzwischen sind Elternräte, unsere Inititiative und die Schulleitungen zu einem "lösungsorientierten Gespräch" mit Schulbehörde und HafenCity Hamburg eingeladen. Wir werden uns für eine gute Lösung einsetzen.

Die Fertigstellung kann sich noch verschieben

Schulsenator Ties Rabe hat bei einer Pressekonferenz den überarbeiteten Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs vorgestellt. 100 Millionen Euro soll das Gebäude kosten, es wird drei Sporthallen an der Versmannstraße haben und begrünte Terrassen als Schulhöfe. Außerdem gruppieren sich die Klassenräume rund um die Differenzierungsflächen. Und eine Besonderheit: Die Oberstufenräume befinden sich in der Mitte des Gebäudes, so dass die Kleinen den Großen immer wieder begegnen.

Baustart soll im Frühjahr 2025 sein, Fertigstellung am 1. August 2026. Also maximal 17 Monate Bauzeit – das ist für ein Gebäude dieser Größe aller Erfahrung nach nicht zu schaffen. Deshalb wies der Senator bei der Pressekonferenz auch schon vorsorglich darauf hin, dass sich der Fertigstellungstermin verschieben könne aufgrund von Lieferschwierigkeiten von Baumaterialien oder möglichen Problemen bei der Gründung des Gebäudes.

Wo der temporäre Campus HafenCity während der Bauzeit stehen soll, gab Rabe bei der Pressekonferenz nicht bekannt.

Offene Türen einrennen...

Klassenräume, Bewegungsraum, Mensa, Schulhof – überall liefen an diesem Samstagvormittag Kinder herum, ihre Eltern im Schlepptau. Beim ziemlich gut besuchten Tag der offenen Tür stellte sich der Campus HafenCity vor, eine Woche, bevor die Kinder für die fünfte Klasse angemeldet werden müssen.

In einem Klassenraum erläuterte die Schulleiterin Meike Ludzay die Wochenpläne von Gymnasium und Stadtteilschule und beantwortete Elternfragen zum gebunden Ganztag, zu Pausenangeboten oder zu Sportmöglichkeiten.

Auf eine Frage aber, die sehr oft gestellt wurde, konnte die Schulleiterin keine Antwort geben: Wohin wird der temporäre Campus HafenCity im kommenden Jahr ziehen? Denn dazu hat die Schulbehörde sich immer noch nicht geäußert. Viele Eltern waren darüber verärgert und verunsichert: "Ich würde meine Tochter gerne hier anmelden", sagte eine Mutter, "aber wenn neben der Schule eine Großbaustelle ist, dann würde ich sie lieber in eine andere Schule schicken." Diese Unsicherheit macht auch andere unschlüssig, wie ein Elternpaar aus Wilhelmsburg: Das Schulkonzept sei toll, und ihre Tochter wolle auch unbedingt zum Campus HafenCity. Aber bei dieser ungewissen Zukunft? Sie würden sich das, sagten die Eltern, doch nochmal überlegen.

Die Schulbehörde hat inzwischen Eltern gegenüber erklärt, im Februar den künftigen Standort bei einer Pressekonferenz mitzuteilen. Die Eltern sollten einfach die Medien verfolgen. Nach dem Ende der Anmeldewoche.

Mopo: HCH verhandelt weiter mit der HPA

Die "Mopo" hat jetzt über die ungewisse Zukunft des temporären Campus HafenCity berichtet. Demnach ist die HafenCity Hamburg GmbH weiterhin in Gesprächen mit der Hamburg Port Authority über einen Neubau ausgerechnet auf dem Baufeld, das sich für die Containerschule am besten eignet: „Die Fläche am Lohsepark wäre groß genug, um eventuell beides zu realisieren, die temporäre Schule auf den Baufeldern 74 und 75, das HPA-Gebäude auf dem Baufeld 76“, so zitiert die Mopo eine Sprecherin der HCH.

Die Eltern lehnen dies ab, auch aufgrund ziemlich schlechter Erfahrungen mit Baustellen: „Mein 8-jähriger Sohn hat schon in der Katharinenschule wegen einer nahegelegenen Baustelle teilweise mit Kopfhörern gelernt. Beim Abholen war keine richtige Unterhaltung möglich. Dabei war die Baustelle noch weiter entfernt, als es beim Campus der Fall wäre“, sagt Inga Jacob, Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern in der HafenCity. Sie gibt auch zu Bedenken, dass der Neubau der Schule sich verzögern könne – das Wachstum der Schule aber auf einer verkleinerten temporären Fläche begrenzt wäre.

Was die Eltern gerne möchten, ist jedenfalls klar: Für die gesamten Brachflächen 74-76 als Standort für den temporären Campus HafenCity gibt es inzwischen schon rund 250 Unterschriften.

https://www.mopo.de/hamburg/eltern-sauer-wohin-mit-den-schuelern-in-der-hafencity/

Die Abstimmung läuft - bitte mitmachen!

Immer noch gibt es keine Auskunft, wo der Campus HafenCity ab 2024 seinen Platz finden soll. Weiterhin sucht die HafenCity Hamburg GmbH eine Alternative zu den Brachflächen 74-76 am Lohsepark. Auch ist im Gespräch, die Schule zwar auf die Brachflächen 74-75 zu setzen, aber direkt neben der Containerschule einen Neubau für die Hamburg Port Authority zu errichten. Dass finanzielle Interessen Vorrang vor einem guten Bildungsort haben, dass die Kinder zwischen Großbaustelle und Zuglärm unterrichtet werden sollen und dass die Wachstumsmöglichkeiten des Campus HafenCity durch einen Büroneubau begrenzt werden, ist inakzeptabel.

Deshalb haben Eltern und die Initiative Schulcampus Lohsepark eine digitale Unterschriftenaktion gestartet, an der Eltern teilnehmen können, aber auch alle anderen, die sich für die Brachflächen 74-76 als temporären Bildungsort einsetzen möchten. Zur Aktion geht es hier: https://www.surveymonkey.de/r/9DJ56DY

So soll der Campus HafenCity aussehen

Wie soll der Campus HafenCity aussehen? Das Stuttgarter Architekturbüro Haas Cook Zemmrich Studio 2050 hat den ersten Preis gewonnen beim Hochbaulichen Wettbewerb für die weiterführende Schule. Auf ihrer Website präsentieren die Architekten ihren Siegerentwurf: mit begrünten "Balkonbändern", einer Holzkonstruktion und einer großen Sporthalle an der Versmannstraße. Die Schulbehörde will den Entwurf im Januar öffentlich vorstellen.

Das Stuttgarter Büro hatte bereits 2018 das Städtebauliche Gutachterverfahren gewonnen und überzeugte die Jury damals unter anderem damit, dass vierzig Prozent des Schulgeländes abgetrennt und mit einem Wohnhaus bebaut werden sollten. Die Quartiersinitiative Schulcampus Lohsepark hatte sich damals erfolgreich dafür eingesetzt, dass die gesamte Fläche BF 77 Schulgelände bleibt.

Weitere Bilder des künftigen Campus HafenCity gibt es hier: https://www.haascookzemmrich.com/de/news/nochmal-gold/

"Unsere Brache für unsere Schule!"

"Ho, ho, ho, kein Büro!" oder "Unsere Brache 74-76 für unsere Schule" oder "Kinder brauchen Platz" war auf den Plakaten zu lesen: Mehr als sechzig Kinder und Eltern haben dafür demonstriert, dass der Campus HafenCity während der Bauzeit des neuen Schulgebäudes auf die nördliche Brache am Lohsepark zieht. Doch genau dort möchte die Hamburg Port Authority sich einen Neubau hinsetzen.

Die Position der Demonstrierenden an diesem Nachmittag war eindeutig: Die Interessen der Kinder gehen vor! Sie haben ein Recht auf einen guten Lernort in vertrauter Umgebung. Die Eltern zeigten sich auch verärgert darüber, dass die Schulbehörde sich immer noch nicht öffentlich zu dem temporären Standort am Lohsepark bekannt hat. "Wir wollen endlich Klarheit", erklärte Philipp Balkenhol, Vater von drei Kindern, in seiner Rede während der Demonstration.

"Es gibt erheblichen Kommunikationsbedarf"

"Wer einen neuen Stadtteil plant, der für junge Familien attraktiv sein soll, hat die Verpflichtung, für die entsprechende Infrastruktur zu sorgen" – so sagt es Philipp Balkenhol in der neuen Ausgabe der "HafenCity Zeitung". Balkenhol lebt mit seiner Familie in der HafenCity, seine Kinder besuchen die Katharinenschule und die St. Katharinen-Kita. Einen auch von den Elternräten im Quartier geforderten Umzug des temporären Campus HafenCity auf die Brachflächen 74-76 am Lohsepark nennt er einen "logischen Schritt".

Balkenhol kritisiert, dass weder Schulbehörde noch Politik sich zu der Frage geäußert haben, wo die Container ab 2024 untergebracht werden sollen. Denn die wachsende weiterführende Schule wird deutlich mehr Platz brauchen als bisher: "Zwei Gymnasialklassen sind für einen wachsenden Stadtteil wie die HafenCity deutlich zu wenig."

Das vollständige Interview gibt es hier zu nachlesen: https://hafencityzeitung.com/wp-content/uploads/2022/11/HCZ_12.2022.pdf

Demo "Klassen statt Büromassen": 17.12., 15 Uhr

Ein Nice-To-Have-Neubau für die Hamburg Port Authority oder ein guter Lernort für Kinder? Dem Senat ist offenbar der Neubau für ihre Tochterfirma wichtiger als die Interessen der Kinder. Es gibt weiterhin keine Zusage der Schulbehörde, dass die temporäre, wachsende Schule ab 2024 auf die benachbarten Brachflächen 74-76 umziehen wird.

Deshalb demonstrieren wir am Samstag, 17. Dezember, 15 Uhr, Straße Am Hannoverschen Bahnhof (an der Brache) für einen temporären guten und ausreichend großen Lernort am Lohsepark – statt einem riesigen Büroneubau. Dazu kommt nämlich: Hamburg hat sich beim Deutschen Städtetag mit ihrer Unterschrift verpflichtet, für Behörden und Tochterfirmen keine Neubauten mehr zu errichten. Wir fordern, dass der rot-grüne Senat Bildung und Interessen der Kinder an oberste Stelle setzt und nicht den Wunsch der HPA nach einem schicken Büro.

Kommt also alle und bringt Plakate mit! Und damit es keinem zu kalt wird, gibt es im Anschluss an die Demonstration Kinderpunsch, Glühwein und Kekse.

Es wird ganz schön voll!

Es war sehr viel los beim Marktplatz der weiterführenden Schulen, bei dem sich Gymnasien und Stadtteilschulen in der Katharinenschule vorstellten. Die größte Menschentraube bildete sich vor dem Stand des Campus HafenCity. Noch um 19 Uhr, als die Veranstaltung eigentlich zu Ende war und andere Schulen schon Stände, Plakate und Flyer zusammengepackt hatten, berieten die Lehrer:innen des Campus Lohsepark immer noch Eltern.

Das Bedarf ist also groß, und zwar größer, als mit zwei Schulklassen abgedeckt ist. Denn es gibt allein in den Straßen direkt am Lohsepark 17 Kinder, die nächstes Jahr in eine fünfte Gymnsialklasse wechseln werden. Entscheiden sich alle Kinder und Eltern für die Schule vor der Haustür, wird es nur noch 11 Gymnasialplätze für den Rest der HafenCity und die umliegenden Quartiere geben – denn entscheidend für einen Platz ist unter anderem die Schulweglänge. Zu wenige Plätze, das steht bereits fest.

Behördenneubau statt Campus HafenCity?

Es ist nur eine kurze NDR-Meldung, aber sie sorgt bei den Eltern in der HafenCity für ziemlich großen Ärger: Der Finanzsenator möchte die nördliche Brache am Lohsepark an die Hamburg Port Authority (HPA) verkaufen, damit diese sich eine neue Firmenzentrale dorthin setzen kann. Die Kaufverhandlungen um das Grundstück BF 74-76, auf das mal Gruner+Jahr ziehen sollte, sind nach Aussage der Wirtschaftsbehörde in vollem Gange.

Die Eltern im Quartier wurden darüber allerdings nicht informiert. Dabei ist das genau der Standort, den sie sich für den temporären Campus HafenCity wünschen. Denn dieser muss ja logischerweise umziehen, wenn die Arbeiten für den Schulneubau beginnen. Die Fläche wäre mit 14.000 Quadratmetern auch groß genug, um Container für mehr als zwei Klassen pro Jahrgang aufzustellen. Nun also ist die Frage: Was ist dem rot-grünen Senat und vor allem dem Schulsenator Ties Rabe wichtiger: das Geld oder die Interessen der Kinder?

Die Eltern haben jedenfalls eine klare Haltung dazu. Der Elternrat des Campus HafenCity sagt: "Wir als Elternrat in Vertretung der Elternschaft des Campus HafenCity wünschen uns, dass das temporäre Schuldorf ab Sommer 2024 auf dem Baufeld 74-76 im Quartier am Lohsepark ein neues Zuhause findet!"

So voll wird der Campus HafenCity

Die HafenCity ist ein Familienstadtteil: Rund ein Viertel der Haushalte sind Familien, mehr als etwa in Eimsbüttel. Für den Campus HafenCity bedeutet dies, dass mehr Kinder die Schule besuchen möchten, als in zwei Klassen pro Jahrgang Platz finden können. Dies zeigt auch das Ergebnis einer Umfrage, die Eltern aus der Katharinenschule gemacht haben. Von 190 Eltern, die daran teilgenommen haben, möchten 186 ihr Kind/ihre Kinder zum Campus HafenCity schicken. Die Ergebnisse aus der Umfrage findet ihr hier.

144 planen dabei, dass ihr Kind eine Gymnasialklasse besuchen wird. Der Großteil der Familien, die bei der Umfrage mitgemacht hat, wohnt im Umkreis von einem Kilometer um die Schule. Dieses Jahr mussten bereits Kinder abgelehnt werden, weil die die Gymnasial- und die Stadtteilschulklasse voll waren.

Ihre Sachkritik, bitte!

Zum ersten, letzten und einzigen Mal werden jetzt die Bürger:innen angehört – und zwar bei der Öffentlichen Anhörung des Stadtentwicklungsausschusses der Bürgerschaft. Das hatten Linke und CDU im Juni 2021 durchgesetzt.

Das bedeutet: Am 5. Mai um 17 Uhr im Großen Festsaal des Rathauses kann jeder den Bürgerschaftsabgeordneten seine sachlichen Anmerkungen zur Campusschule HafenCity vortragen. Denn hier wird der Bebauungsplan HC 17 diskutiert, der noch von der Bürgerschaft verabschiedet werden muss. Und zu sagen gibt es jede Menge. Zum Beispiel: Das Verkehrsaufkommen nur unter der Voraussetzung berechnet, dass es die entlastende Großmarktbrücke gibt (die seit rund 10 Jahren "zurückgestellt" ist). So werden die Grenzwerte für Luftschadstoffe und Lärm wahrscheinlich überschritten, wenn die Großmarktbrücke nicht gebaut wird. Oder: Der Vorsorgewert für elektromagnetische Strahlung wurde verdoppelt. Aber die Frequenzerhöhung der Züge durch den Ausbau des Hauptbahnhofs wurde nicht bei der Berechnung der Strahlung berücksichtigt.

Wir werden dort sein und sagen, was Fakt ist. Die Sitzung wird auch digital übertragen: https://www.hamburgische-buergerschaft.de/ausschuesse-live/

Es kann geklettert werden!

Der Spielplatz ist fertig: Trampolin, Schaukel und Kletterspinne stehen in der Mitte des Container-Schuldorfs, über einen Holzparcours kann geklettert werden, und ein Fußballtor gibt es auch. Die Pausen der Schülerinnen und Schüler von Grundschule und Campus HafenCity sind spannender und sportlicher geworden.

Einige Bäume stehen in Pflanzcontainern, die nebenan im Oberhafen vom Projekt "Grau trifft Grün" angefertigt wurden. Die Hochbeete sind inzwischen auch da, ab der kommenden Saison kann gegärtnert werden. Das ist dann eine weitere Gelegenheit, noch weiter mit der Nachbarschaft zusammenzuwachsen. Wurzeln zu schlagen ist auch Ziel des Projekts "Wir im Stadtteil". Dazu werden viele Exkursionen unternommen, es gab zum Beispiel eine Entdeckungstour mit Pastor Frank Engelbrecht durch das Quartier. Höhepunkt war die Besteigung des St.Katharinen-Kirchturms.

Am 8. Januar ist dann Tag der Offenen Tür beim Campus HafenCity – ob analog oder digital, wird kurzfristig auf der Homepage der Schule bekannt gegeben. www.campushafencity.de

Und nun geht der Schulalltag los

"Seit fünf Jahren bauen wir an diesem Schiff. Hier ist jetzt die erste Anlegestelle", sagt Meike Ludzay, die Leiterin der Campusschule HafenCity (=Schulcampus Lohsepark). An diesem Vormittag steigen nun die Passagiere ein: die Schülerinnen und Schüler der Gymnasial- und der Stadtteilschulklasse. Und damit nimmt die temporäre weiterführende Schule in der HafenCity ihren Unterricht auf. Mirko Czarnetzky, Lehrer am Campus HafenCity, formuliert es in der Begrüßung so: "Wir starten heute unsere gemeinsame Reise."

Manches ist noch nicht ganz fertiggestellt: Es fehlt noch der Spielplatz in der Mitte, es fehlt das Grün, es fehlen die Hochbeete fürs Gärtnern. Aber dass es fünf Jahre nach der verkürzten sogenannten Phase Null endlich losgeht, ist eine gute Nachricht für die HafenCity und die umliegenden Quartiere. Mensa und Fachräume sind in Betrieb genommen, zum Sport geht es in die Parkour-Halle im Oberhafen.

12.8., 19.30 Uhr: Büros oder Park neben der Schule?

Büros und Hotels – das sollen die Nachbarn der Campusschule HafenCity (=Schulcampus Lohsepark) werden. Dabei gäbe es mit der Absage von Gruner+Jahr jetzt die Chance, auf diesem Nachbarbaufeld der Schule den Lohsepark zu erweitern. Und auf dem Baufeld an der Versmannstraße statt des vierten Hotels am Park eine weitere Grünfläche zu schaffen, für die Kinder, fürs Quartier, für das Urban Gardening von Schule und Quartier.

Im aktuellen Koalitionsvertrag steht: „Niemand kennt Hamburg und seine Quartiere besser als die BürgerInnen, die vor Ort leben. Sie zu beteiligen, ist deshalb für uns unverzichtbar.“ Da die Regierung in ihrer Realpolitik aber jede Bürgerbeteiligung bei diesen Baufeldern ablehnt, lädt eben das Netzwerk HafenCity e.V. BürgerInnen zum Dialog mit BürgerschaftspolitikerInnen ein: am 12.8., um 19.30 Uhr in der Mensa der temporären Campusschule HafenCity am Lohsepark (Anmeldung: buero@netzwerk-hafencity.de). Die Veranstaltung wird gleichzeitig auch als Zoom Meeting stattfinden, Fragen können im Chat gestellt werden: https://us02web.zoom.us/j/84206260616?pwd=Z3RvMHh3V1hVNXg0aERjdmtxeWVydz09

Meeting-ID: 842 0626 0616 Kenncode: 813795

Herzlich willkommen!

Es war einer der heißesten Nachmittage des Jahres, aber egal: Die künftigen SchülerInnen des Campus HafenCity betraten zum ersten Mal ihre künftigen Klassenräume. Fast alle Kinder waren mit ihren Eltern gekommen, um ihre MitschülerInnen, die künftigen KlassenlehrerInnen, die Schulleiterin und viele andere kennenzulernen, die ab Anfang August Leben in das Container-Dorf bringen.

Der Bau der temporären Schule geht unterdessen weiter: Als Nächstes wird die Mensa aufgebaut, und dann beginnen die Arbeiten am Schulhof, an den Spielgeräten und an den Hochbeeten. So sandig und staubig wie am Kennenenlerntag wird es auf dem Gelände dann nicht mehr sein. Geplant ist, dass die temporäre Containerschule für zwei Jahre steht. Danach soll die Schulgemeinschaft in die Grundschule Baakenhafen umziehen.

Die BürgerInnen werden angehört!

Premiere! Zum allerersten Mal sind alle BürgerInnen eingeladen, den politischen Entscheidern ihre Vorschläge und ihre Bedenken zum Schulcampus Lohsepark (=Campus HafenCity) vorzutragen! Durchgesetzt haben CDU und Linke das dank eines Minderheitenrechts. SPD und Grüne waren nicht dafür, die BürgerInnen anzuhören. Einen Termin für die öffentliche Anhörung im Stadtentwicklungsausschuss der Bürgerschaft gibt es noch nicht. Über den Bebauungsplan HC 17 darf erst nach der Anhörung entschieden werden.

Genauso wenig interessiert an BürgerInnen-Beteiligung zeigten sich SPD und Grüne bei der Diskussion um einen öffentlichen Freiraum mit Urban Gardening auf dem Nachbargrundstück der Schule – hier ist auch der Hundeauslaufplatz. HCU-Studierende hatten den Ausschussmitgliedern in einer Online-Petition vorgeschlagen, dort unter anderem mit den SchülerInnen des Schulcampus gemeinsam zu gärtnern. Doch in einer nach der Ausschusssitzung kurzfristig angesetzten Sitzung der Kommission für Bodenordnung am 1. Juli wollen SPD und Grüne dieses Grundstück schnell noch an einen privaten Investor vergeben. Dann sind Fakten schaffen – bevor die Studierenden und andere BürgerInnen ihre Ideen den Abgeordneten vorstellen können.

Stadtentwicklungsausschuss berät über den Schulcampus

Es ist soweit: Über den Schulcampus Lohsepark wird am 17. Juni um 14 Uhr im Stadtentwicklungsausschuss der Bürgerschaft gesprochen. Die Abgeordneten sollen über den Bebauungsplan HC 17 entscheiden, in dem die weiterführende Schule liegt und daneben ein Misch- und Kerngebiet, auf dem ein Hotel gebaut werden soll. Die Sitzung ist digital und öffentlich: https://www.hamburgische-buergerschaft.de/ausschussitzungen/ausschuesse-live/

Die Gutachten zu Lärmbelastung und Luftschadstoffen sind nochmals überarbeitet worden. Zugrundegelegt wurde nun etwas weniger Verkehr auf der Versmannstraße – so dass die Grenzwerte an der Schule gerade nicht gerissen werden. Wieso weniger Verkehr? Da kann die Antwort der Abgeordneten im Stadtentwicklungsausschuss nur lauten: keine Ahnung. Denn die Verkehrsprognose, die den Gutachten zugrunde gelegt wurde, ist bis heute unter Verschluss. Unsere Recherchen haben ergeben: Die niedrigen Zahlen gelten nur, wenn die Großmarktbrücke gebaut wird. Die wird aber nicht gebaut. Und die Werte für diesen Fall wurden wieder nicht berechnet. Auch der Ausbau der Bahnstrecke ist beim Elektrosmog nicht berücksichtigt.

Spaceball, Hochbeete und neue Bücher

Das Kletterspiel "Spaceball", ein sechseckiges Stufenreck, eine Balancierstrecke, dazu Hochbeete und Bänke – es ist vielversprechend, was auf dem Lageplan des temporären Campus HafenCity zu sehen ist. Um den zentralen Spielplatz gruppieren sich zwei-etagige Containergebäude mit Klassenzimmern, Fach- und Bewegungsräumen und Aufenthaltsräumen für die LehrerInnen. Eine rollstuhlgerechte Rampe führt entlang des Baufelds nach unten zur Schule. Zur Zeit gibt es auf dem Gelände allerdings nur kleine Erdhaufen, denn dort wird nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg sondiert.

Leider ist die Nachfrage der Initiative Schulcampus Lohsepark bei den Behörden, wann die BürgerInnen denn nun an den Vorbereitungen zur Architekturausschreibung für den Schulkomplex beteiligt werden, immer noch unbeantwortet.

65 Kinder für zwei Klassen?

Eine Woche lang saß die Gründungsschulleiterin des Schulcampus Lohsepark (offiziell: Campusschule HafenCity) im Bürocontainer an der Versmannstraße und hat Anmeldegespräche geführt: mit Kindern und Eltern aus HafenCity, Veddel, Rothenburgsort oder auch aus St. Pauli. Am Ende waren es 65 Anmeldungen.

Allerdings wird es nach den Planungen der Schulbehörde nur zwei fünfte Klassen geben: eine Gymnasialklasse mit 28 Kindern und eine Stadtteilschulklasse mit 23 Kindern. Rein rechnerisch kommt das also nicht hin. Spätestens im April teilt die Schulbehörde den Eltern mit, ob es mit dem Erstwunsch klappt. Im August wird dann in der temporären Schule auf dem Baufeld 77 der Unterricht beginnen, auch für die Grundschule Baakenhafen. Der Umzug in die Grundschule Baakenhafen ist für 2023 geplant.

Erde und Pflaster gegen PAK und Schwermetalle

"Erheblich mit umweltgefährdenden Stoffen belastet" ist das Baufeld 77, auf dem der Schulcampus Lohsepark errichtet werden soll - und auch die temporäre Schule mit ihren Containern und Spielflächen. Die Stoffe sind vor allem "PAK und Schwermetalle", wie es in den Unterlagen zum B-Plan-Entwurf HC 17 heißt. "Aus Sicht des Wirkungspfades Boden-Mensch werden die Prüfwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) für Wohngebiete überschritten." Auch Methan gibt es in dem Plangebiet.

PAK? Das sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die u.a. über die Lunge und die Haut aufgenommen werden. Sie sind eindeutig krebserregend, und bei Kinder ist, laut Wikipedia "die Schadstoff-Aufnahme besonders hoch". Deshalb hatten wir bei Schulbau Hamburg nachgefragt, wie die Schulgemeinschaft in der temporären Container-Schule geschützt wird. Nun haben wir die Antwort bekommen.

Und wo bleibt die Antwort?

Was erwartet man, wenn man jemandem einen Brief schreibt? Eine Antwort. Die Initiative Schulcampus Lohsepark hat einen Brief geschrieben an den Schulsenator und die Stadtentwicklungssenatorin, an Schulbau Hamburg und die HafenCity Hamburg GmbH und ihnen einen Papier zukommen lassen. Darin haben wir, auch in Hinblick auf den künftigen Architekturwettbewerb für das Gebäude, unsere Ideen zusammengetragen für die künftige Schule und deren Nutzung durchs Quartier. Und wieviele Antworten sind uns zugegangen? Null.

Das ist sehr schade. Wir denken: Wer eine Schule plant und Räumlichkeiten nach Schulschluss von den BewohnerInnen aus der HafenCity und umliegenden Stadtteilen nutzen lassen will, der sollte genau diese Menschen befragen, was sie an diesem Ort brauchen. Unser Papier "Das klügste Gebäude" verstehen wir als Beginn einer Diskussion, nicht als einzigen oder gar letzten Beitrag.

Die Container kommen!

Ortstermin an der Versmannstraße: Um 9 Uhr morgens wird der erste Container vom Lastwagen gehoben und an der Versmannstraße aufgestellt. Ein paar Gehwegplatten gleichen die Unebenheiten aus und sorgen für Belüftung unter dem Boden. Dort, am Rande des künftigen Grundstücks der weiterführenden Schule, wird in Kürze die Gründungsschulleiterin des Campus HafenCity zu finden sein (wie auch der Gründungsschulleiter der Grundschule Baakenhafen).

Allerdings sind die Container ausgerechnet an der Stelle aufgestellt, an der nach den Umweltgutachten für das Baufeld 77 die höchsten Luftschadstoffwerte zu erwarten sind, weil hier die Kfz auf zwei Spuren an der Ampel stehen. Aktuelle Werte werden derzeit nur von Breeze Technologies am Grasbrookpark erhoben, wo es gar keinen Durchgangsverkehr gibt. Selbst dort ist die Luftqualität seit Wochen unbefriedigend, schlecht oder sehr schlecht.

Chatten und reden

Rot und Blau, das sind die Farben, mit denen sich der Schulcampus Lohsepark jetzt auf seiner Website präsentiert. Die weiterführende Schule, die offiziell "Campus HafenCity" heißt, erläutert dort ihr Konzept, das auf Säulen beruht: Demokratie, Vernetzung, Bewegung, Vielfalt und Verantwortung. www.campushafencity.de

Auch das Starter-Team stellt sich auf der Website vor: Wie die Gründungsschulleiterin Meike Ludzay kommen mehrere Lehrer vom Gymnasium Klosterschule. Sie werden ab August 2021 eine Gymnasialklasse und eine Stadtteilschulklasse der Jahrgangsstufe 5 in einem Containerdorf auf dem künftigen Schulgelände am Lohsepark unterrichten.

Eine Gesprächsrunde mit der Schulleiterin gibt es, digital, am 7. Januar 2021 von 18 bis 19.30 Uhr. Erreichbar ist das Schulteam schon jetzt per Mail: campushafencity@bsb.hamburg.de

Das Dorf im Süden

Der Schulcampus Lohsepark hat seinen Platz gefunden, ganz im Süden des Baufelds 77, in der Nähe des Eingangs zur U4. Die Schule wird in einem Containerdorf untergebracht, mit Klassenzimmern, Fachräumen und einem Bewegungsraum. Im Herbst 2021 startet der Betrieb mit zwei fünften Klassen – eine Gymnasialklasse und eine Stadtteilschulklasse. Das berichtete die Gründungsschulleiterin Meike Ludzay bei der Vorstandssitzung des Netzwerk HafenCity e.V.. Auch für das darauffolgende Jahr seien zwei Klassen geplant.

Im Dorf werden zudem eine Vorschulklasse und zwei erste Klassen der Grundschule Baakenhafen unterrichtet werden. Sobald das Gebäude der Grundschule fertiggestellt ist, ziehen alle Klassen dorthin um.

Die Schule startet – bald!

Es geht los! In rund zehn Monaten, nach den Sommerferien im kommenden Jahr, beginnt der Schulbetrieb des Schulcampus Lohsepark. Geplant sind zwei fünfte Klassen, eine Gymnasialklasse und eine Stadtteilschulklasse.

Schulbehörde und HafenCity Hamburg haben sich geeinigt: Die temporäre Schule wird neben dem Bolzplatz auf dem Baufeld 77 platziert. Das hatte die HCH zunächst abgelehnt und argumentiert, dort sei es durch die Pfeilerbahn zu laut. Wenn die Grundschule am Baakenhafen in zwei Jahren eröffnet, wird der Schulcampus Lohsepark erstmal dort einziehen - bis zur Fertigstellung des eigentlichen Schulgebäudes.

Nicht-öffentlich wird öffentlich

Auf der Website der Kommission für Stadtentwicklung hat sich etwas getan: Das Protokoll der 50. Sitzung der Kommission für Stadtentwicklung wurde eingestellt. Und da die Sitzung nicht-öffentlich war, kann man nun nachlesen, wie die Abgeordneten der verschiedenen Parteien in der Bürgerschaft sich zur Bebauungsplan-Teilung und zu den Umweltproblemen des Schulcampus Lohsepark positioniert haben.

So bemängelte Heike Sudmann von der Linken, dass das Luftschadstoffgutachten davon ausgehe, dass die Großmarktbrücke gebaut werde (als Entlastung der Versmannstraße). Doch "Herr Polkowski (von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen) führt aus, dass der Bau der Großmarktbrücke weiterhin Bestandteil des großräumigen Verkehrskonzepts der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende sei". Das allerdings wäre dann keine Mobilitätswende.

Die Teilung des Bebauungsplans HC 10 begründete die Behörde damit, dass noch vor Oktober 2020 mit der Bauvorbereitung auf dem Gelände von Gruner+Jahr begonnen werden solle, um so Steigerungen der Baupreise für den Investor zu vermeiden. Der Blick aufs Grundstück Mitte Oktober zeigt: Da blühen immer noch die bunten Blumen in einer kleinen, ungestörten Wildnis ohne jedes Baufahrzeug.

Das Protokoll kann hier https://www.hamburg.de/contentblob/14313562/908800966c02cc9fc9d1869cfc9fc4c0/data/d-50-protokoll-2020-08-10.pdf heruntergeladen werden.

Einwendungen der BürgerInnen? Nicht gelesen.

Der Bebauungsplan HC 10 wird geteilt, das haben die Abgeordneten von SPD und Grünen in der Kommission für Stadtentwicklung mit ihrer Mehrheit entschieden; CDU und Linke haben die Teilung abgelehnt.

Die Entscheidung legitimiert eine Verkehrsplanung, die Überschreitungen der gesetzlichen Grenzwerte für Luftschadstoffe und Lärm im Plangebiet und an der weiterführenden Schule vorsieht und außerdem Elektrosmog in unbekannter Stärke. Viele AnwohnerInnen hatten die Bürgerschaftsabgeordneten noch in Mails gebeten, zuallererst die Voraussetzungen für eine Umgebung zu schaffen, die nicht die Gesundheit der künftigen SchülerInnen des Schulcampus Lohsepark gefährdet. Doch die PolitikerInnen haben sich über die Bedenken, die gegen den B-Plan schriftlich erhoben worden waren, vor der Sitzung nicht informiert. Mit einer Ausnahme: Allein die Abgeordnete der Linken hatte die Behörde vor der Entscheidung darum gebeten, ihr die Einwendungen der AnwohnerInnen zuzusenden.

Nur über den abgeteilten Bebauungsplan-Entwurf HC 17, der im Wesentlichen das Schulgelände umfasst, muss die Bürgerschaft noch abstimmen. Es bleibt immerhin ausreichend Zeit für die Abgeordneten, sich die Einwendungen der AnwohnerInnen doch noch durchzulesen.

Teile und herrsche

So wichtig fanden die Mitglieder der Kommission für Stadtentwicklung im Februar die Kritik an dem Bebauungsplan-Entwurf HafenCity 10, an den Überschreitungen der Grenzwerte für Luftschadstoffe, Lärm und Elektrosmog, dass sie einstimmig beschlossen: Dieser B-Plan-Entwurf muss von der Hamburgischen Bürgerschaft beschlossen werden.

Für die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen war das offenbar ein solches Ärgernis, dass sie den Bebauungsplan nun teilen will: Den Großteil des Gebiets sollen die Abgeordneten ohne Bürgerschaftsbeteiligung durchwinken, nur das Schulgelände soll den Abgeordneten zur Entscheidung vorgelegt und damit öffentlich diskutiert werden. Weil sich, so die Behörde, die Kritik der Kommissionsmitglieder auf den Schulcampus konzentriert habe. Aber nur umgekehrt wird ein Schuh daraus: Die gesundheitsgefährdenden Rahmenbedingungen für die Schule sind das Problem, nicht jedoch das Gelände und der Schulbau selbst.

Neue Prognose: 40 Prozent mehr Verkehr auf der Versmannstraße

Sehr locker im Raum verteilt standen im Kesselhaus die 18 Stühle bei bei der Bewohner-Veranstaltung der HafenCity Hamburg GmbH – es musste wegen der Corona-Pandemie Abstand gehalten werden. Alle anderen konnten per Video-Stream teilnehmen.

Jürgen Bruns-Berentelg, Geschäftsführer der HCH, informierte über den aktuellen Entwicklungsstand in dem Quartier, auch zum Schulcampus Lohsepark. In der Präsentationsfolie zur "Entwicklung der Bildungsstruktur" war unter anderem aufgeführt, dass es maximal 1500 SchülerInnen in der weiterführenden Schule geben solle. Was aber auf der Folie fehlte, war das Datum, wann es denn – auch mit einer temporären Schule - losgehen soll. Er habe das Datum nicht genannt, weil er es nicht kenne, erklärte Bruns-Berentelg auf Nachfrage. Das überrascht, denn es hatte Signale aus der Schulbehörde gegeben, dass im Herbst 2021 der Unterricht starten werde. Und was den Standort der temporären Schule angeht: Dieser werde nicht auf dem künftigen Schulgelände sein, dem Baufeld 77, sagte Bruns-Berentelg. Wo dann?

Eine ganz eindeutige Zahl nannte er hingegen für den prognostizierten Kfz-Verkehr auf der Versmannstraße: 42.000 Kfz pro Tag. Das sind rund 40 Prozent mehr, als die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen dem Bebauungsplan-Entwurf HC 10 zugrunde gelegt hat – und schon bei der geringeren Kfz-Zahl werden die Grenzwerte für Luftschadstoffe an der Versmannstraße teilweise überschritten. Die Konsequenz kann nur sein: Der Kfz-Verkehr auf der Versmannstraße muss dauerhaft drastisch reduziert werden.

Wir erheben Einspruch!

44 Einwendungen von 37 betroffenen BürgerInnen sind fristgemäß eingegangen – das ist eine Menge Widerstand gegen den Bebauungsplan-Entwurf HafenCity 10 für ein Gebiet, das lediglich aus vier Wohnblöcken (plus Gewerbe) besteht.

Das sieht offenbar auch die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen so. Denn sie hat die Kommission für Stadtentwicklung gebeten, den Bebauungsplan HC 10 zu teilen. Das für Gruner+Jahr und andere Bürogebäude vorgesehene nördliche Baufeld am Lohsepark (Nr. 73-76) soll nach der Sommerpause aus dem Verfahren gelöst werden, um den Baubeginn zu beschleunigen. Die Planungen zum Schulcampus Lohsepark sollen hingegen noch verbessert werden. Es gibt also Hoffnung, dass die Kritik der BürgerInnen gehört wird.

Die Sitzung der Kommission für Stadtentwicklung war wegen der Corona-Pandemie auf Antrag der Behörde nicht-öffentlich. Für die öffentliche Auslegung des B-Plan-Entwurfs war die Corona-Pandemie dagegen kein Hindernis. Das hat die Senatorin Dorothee Stapelfeldt der Initiative Schulcampus Lohsepark auf die Bitte nach Verlängerung der Auslegung schriftlich mitgeteilt.

JETZT Einwendungen schreiben!

540 Seiten umfassen die Unterlagen für den Bebauungsplan-Entwurf HafenCity 10. Die Initiative Schulcampus Lohsepark hat sie gemeinsam mit dem Netzwerk HafenCity e.V. durchgearbeitet und vieles gefunden, das fehlerhaft, unvollständig, nicht nachvollziehbar ist oder schlicht ganz versäumt wurde. Hier ist in einer Lang- und einer Kurzfassung zusammengestellt, was betroffene BürgerInnen nun bis zum 8. Mai 2020 bei der Behörde gegen die Planungen einwenden können. Man kann selbstverständlich darüberhinaus oder auch stattdessen eigene Kritikpunkte an die Behörde schicken.

Wer ist betroffen und kann Einwendungen machen? Eigentlich jeder, der sich betroffen fühlt; auf jeden Fall aber alle, die in dem Plangebiet HafenCity 10 zwischen Shanghaiallee, Versmannstraße und Pfeilerbahn wohnen oder arbeiten. Und auch jene, deren Kinder vielleicht den Schulcampus Lohsepark besuchen werden, auch wenn sie noch nicht in dem Plangebiet wohnen. Klar ist: Je mehr plausible Einwendungen gemacht werden, desto größer die Chance, dass die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen ihre Planungen überdenkt und verändert.

Stellungnahmen können direkt auf der Website der Behörde abgegeben werden, oder auch per Mail an Bauleitplanung-LP@bsw.hamburg.de oder per Brief an: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen; Amt für Landesplanung und Stadtentwicklung; Neuenfelder Straße 19; 21109 Hamburg.

Öffentliche Auslegung startet – trotz Corona-Pandemie

In Hamburg herrscht, wie in ganz Deutschland, Ausnahmezustand wegen der Corona-Pandemie. Außer bei der Behörde für Stadtentwicklung, dort ist alles wie immer. Und während es Ausgangsbeschränkungen, Schul- und Kita-Schließungen gibt, Geschäfts- und Gastronomieschließungen und praktisch das gesamte öffentliche Leben ausgesetzt ist – da legt die Behörde für Stadtentwicklung den Bebauungsplan-Entwurf HafenCity 10 für einen Monat öffentlich aus, vom 24. März bis 24. April. Die Initiative Schulcampus Lohsepark hat die Senatorin Dorothee Stapelfeldt aufgefordert, die Auslegung entweder zu stoppen oder aber bis zum Ende der Pandemie zu verlängern.

Es sollen nämlich nach Behördenwillen die BürgerInnen in die Stadtentwicklungsbehörde fahren, um dort die physischen Unterlagen alle nacheinander einzusehen. Ansteckungsrisiko? Offenbar egal. Auch beispielsweise älteren Mitmenschen, also Hochrisikogruppen, die keinen Internetanschluss haben und sich die Unterlagen nicht digital anschauen können, wird zugemutet, dass sie eine Corona-Infektion riskieren. Und dass sie die Aufforderung der Bundeskanzlerin in den Wind schlagen, zuhause zu bleiben. Dies verstößt gegen das Gebot, dass BürgerInnen in diesem Verfahren Gehör finden müssen.

"Schule von morgen geht anders"

Der Senat will beim Schulcampus Lohsepark mit dem Kopf durch die Wand", so äußert sich der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Jörg Hamann im "Hamburger Abendblatt" vom 9. März 2020. Er kritisiert vor allem dass trotz Luftschadstoffen, Lärm und Elektrosmog die Planungen unverändert durchgezogen werden sollen. Sein Fazit: "Schule von morgen geht anders."

Der Abendblatt-Text stellt die Diskussion um die Schule dar und nennt auch die Kritik der Initiative Schulcampus Lohsepark am Bebauungsplan-Entwurf HafenCity 10. Zum Beispiel die Kritik an den Grenzwertüberschreitungen bei den Stickoxiden vor der Schule.

So hat die Stadtentwicklungsbehörde der Kommission für Stadtentwicklung erklärt, es würden nach einer neuen Studie 28.0000 KfZ/werktags im Jahr 2030 auf der Versmannstraße verkehren – 4000 weniger, als im B-Plan-Entwurf prognostiziert. Was die Behörde nicht gesagt hat: Die Prognose gilt nur unter der Bedingung, dass die Großmarktbrücke gebaut wird. Doch die ist keineswegs beschlossen. Ohne Brücke werden dort 36.000 bis 42.000 KfZ fahren – also 10 bis 30 Prozent mehr als im B-Plan-Entwurf berechnet! Und entsprechend mehr Stickoxide! Zur reinen Wahrheit gehört, dass man nichts verschweigt.

Wartehäuschen statt Verkehrswende?

Schlechte Nachrichten: SPD und Grüne haben zugestimmt zur öffentlichen Auslegung des Bebauungsplan-Entwurf HafenCity 10. Sie haben zugestimmt zu Überschreitungen der Grenzwerte für Stickoxide in dem Abschnitt der Versmannstraße vor dem Schulcampus Lohsepark und in der Shanghaiallee. Dem Lärm auf dem Schulhof, der Gespräche unmöglich macht, wenn ein Zug vorbeifährt. Und dem Elektrosmog, der sogar noch zunehmen wird, wenn im erweiterten Hauptbahnhof auch mehr Züge abfahren. Die Opposition hat geschlossen dagegen gestimmt, hatte aber keine Mehrheit.

Die Initiative hat in der Sitzung der Kommission für Stadtentwicklung erläutert, dass sie sich seit langem für eine gute Schule in der HafenCity engagiert, und dann detailliert beschrieben, wie die Behörde viele Aspekte nur unvollständig darstellt. Und gefordert, dass der B-Plan-Entwurf vor der Auslegung nachgebessert wird.

Ausbau des Hauptbahnhofs = Ausbau des Elektrosmogs

"Aber was, wenn der Zugverkehr in den nächsten Jahren noch deutlich zunimmt, wie es Bahn und Politik planen?", fragt ZEIT ONLINE heute in einem Bericht über den Elektrosmog am Schulcampus Lohsepark.

Was dann ist, das lässt sich leicht recherchieren: Mehr Züge, das bedeutet auch mehr Elektrosmog auf dem künftigen Schulgelände. Obwohl die Behörden den sogenannten "Vorsorgewert" gerade erst verdoppelt haben, liegt schon nach aktueller Planung ein Teil des Schulgeländes in einem Bereich, in dem auch dieser Wert überschritten wird.

Der Ausbau des Hauptbahnhofs Richtung Süden sowie die Einführung des "Deutschland-Takts" (halbstündliche Verbindungen zwischen den Großstädten) aber wird zu einer "massiven Kapazitätserweiterung" (Hamburger Abendblatt, 5.2.2020) führen. Es wird also auch eine massive Zunahme des Elektrosmogs geben. In dem Bebauungsplan-Entwurf HafenCity 10 ist das aber gar nicht berücksichtigt!

Dicke, giftige Luft vor der Schule!

"Lediglich an der Nordseite des Kerngebiets „MK 8“ wurde eine geringfügige Überschreitung des Jahresmittelgrenzwertes für NO2 in Höhe von 2 μg/m3 ermittelt." Der Satz aus der Begründung zum neuen Bebauungsplan-Entwurf klingt harmlos, hat es aber in sich. Denn überschritten werden die gesetzlichen Grenzwerte für Stickstoffdioxid in dem Abschnitt der Versmannstraße, an dem der Schulcampus Lohsepark liegt. Mit anderen Worten: Die Luft vor der Schule ist gesundheitsschädlich. Und belüftet wird die Schule ausschließlich durch geöffnete Fenster.

Sechs Tage vor der Bürgerschaftswahl will die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen in der Kommission für Stadtentwicklung am 17. Februar (öffentliche Sitzung um 19 Uhr, Rathaus, Raum 151) noch schnell den Bebauungsplan-Entwurf HafenCity 10 durchwinken und in die Öffentliche Auslegung bringen lassen. Dabei ist der Entwurf immer noch unzureichend - weshalb die Initiative Schulcampus Lohsepark die Kommissionsmitglieder erneut aufgefordert hat, der Auslegung nicht zuzustimmen.

Grüne ärgern sich über das Bezirksamt

Jetzt sind auch die Grünen im Bezirk-Mitte verärgert über das Bezirksamt. Die Bezirksversammlung hatte im Juli den Amtsleiter aufgefordert, ein Forum zur weiteren Entwicklung des Schulcampus Lohsepark zu initiieren, unter Beteiligung unserer Initiative. Was passierte? Nichts.

Nun haben die Grünen in ihrem Newsletter unter der Überschrift "Grüne fragen – Verwaltung antwortet nicht" geschildert, wie die Bezirksamtsleitung in Mitte sie auflaufen lässt: "In der Antwort auf unsere Anfrage zum geplanten Forum Schulcampus Lohsepark aus Oktober 2019 mit acht Einzelfragen kündigte die Verwaltung an, in der darauffolgenden Sitzung der Bezirksversammlung am 21. November 2019 über den aktuellen Stand zu berichten. Für diesen Tagesordnungspunkt waren extra interessierte BürgerInnen zur Sitzung gekommen. Auf Seiten der Verwaltung und der DeKo zeigte man sich jedoch sehr erstaunt, als nach dem angekündigten Bericht gefragt wurde. Wir haben ihn bis heute nicht erhalten, obwohl wir bereits eine zweite Anfrage gestellt haben. Wir bleiben dran!"

Gruner+Jahr lässt messen

Einige Holzpfähle stehen entlang des Rand des Baufelds 73-76 am Lohsepark. Auf ihnen sind, in Gefriertüten verpackt, kleine weiße Kästen angebracht, die immer wieder rot blinken. "Magnetometer" ist darauf zu lesen, was bedeutet: Hier wird die niederfrequente elektromagnetische Strahlung gemessen, die von den Bahnoberleitungen erzeugt wird. Und wer hat die Messung in Auftrag gegeben?

"Bertelsmann", sagt ein freundlicher Herr auf dem Baufeld, also Gruner+Jahr – der Verlag, der an dieser Stelle sein Hauptquartier errichten will. Aus Besorgnis um den Elektrosmog wurde am Baumwall vor längerer Zeit eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die eruiert, ob die elektromagnetischen Felder nun gefährlich sind für die Angestellten oder eben nicht.

Behördenmathematik für den Grenzwert

Ist ein Grenzwert, den man verdoppelt, noch "restriktiv"? Denn die Behörden haben ihren "Vorsorgewert" für Elektrosmog nun verdoppelt, das geht aus einem Brief der Umweltbehörde an unsere Initiative hervor. Darin heißt es: „Umwelt-, Stadtplanungs- und Gesundheitsbehörde haben sich aus Anlass des geplanten Schulbaus intensiver mit den Risiken durch elektromagnetische Felder an Bahntrassen befasst und einen restriktiven Vorsorgewert von 0,2 Mikrotesla (...) gefunden.“

Restriktiv bedeutet in diesem Fall also: genau doppelt so hoch wie der Wert von 0,1 Mikrotesla, den die Umweltbehörde noch im vergangenen Sommer den Elektrosmog-Gutachtern vorgegeben hatte. Der Unterschied ist ein entscheidender: Wird der alte Wert angesetzt, liegt ein Teil des Schulgeländes innerhalb des mit Elektrosmog belasteten Bereichs, beim verdoppelten Wert hingegen außerhalb.

Ab 2021: Unterricht in Modulbauten?

Obwohl viele Eltern einen Start des Schulcampus Lohsepark im kommenden Herbst befürworten, zielt die aktuelle Planung der Schulbehörde auf den Sommer 2021. Wahrscheinlich wird es mit zwei Klassen losgehen, und der Unterricht soll in Modulbauten stattfinden, deren Platz in der HafenCity aber noch nicht feststeht.

Das geht aus der Präsentation hervor, die Jürgen Bruns-Berentelg, Geschäftsführer der HafenCity Hamburg GmbH, kürzlich im Kesselhaus zeigte. Das Schulgebäude soll 2025 fertig gestellt sein. Wenn nichts Nennenswertes dazwischen kommt jedenfalls.

0,1 + 0,1 = 0,3

Das geplante Wohngebäude neben der Pfeilerbahn auf dem Grundstück von Gruner + Jahr wird nicht gebaut werden. Das geht aus der Behörden-Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft hervor. Weil es dort zu viel Elektrosmog gibt, erzeugt durch die Bahn-Oberleitungen – was erst die Initiative Schulcampus Lohsepark ans Tageslicht gebracht hat.

Aber welche Belastung ist den SchülerInnen der künftigen weiterführenden Schule auf dem Nachbargrundstück zuzumuten? Das wird derzeit von der Gesundheitsbehörde, der Umweltbehörde und der Stadtentwicklungsbehörde diskutiert. Die Gesundheitsbehörde möchte an ihrem zusätzlichen "Vorsorgewert" von 0,1 Mikrotesla festhalten, der zur Hintergrundbelastung von 0,1 Mikrotesla addiert wird – was eine maximale Gesamtbelastung von 0,2 Mikrotesla ergibt. Andere Behörden möchten aber einen höheren Grenzwert von 0,3 Mikrotesla festlegen.

Jetzt aber mal los!

Wann endlich beginnt das Forum, also die Beteiligung der BürgerInnen an den Planungen zum Quartierszentrum, das der Schulcampus Lohsepark werden soll? Wir haben jetzt bei der Bezirksversammlung Mitte zum Mikrofon gegriffen und diese Frage gestellt.

Den Abgeordneten haben wir nochmals deutlich gemacht, welche Chance es für eine gute Planung bedeutet, wenn die Kompetenz der BürgerInnen – die auch die NutzerInnen sein werden – in die Überlegungen für das Quartierszentrum einfließt.

Erst verschoben, dann ganz abgesagt

Die Bedenken der Initiative Schulcampus Lohsepark und der AnwohnerInnen aus der HafenCity werden ernst genommen: Die Sitzung der Kommission für Stadtentwicklung, in der die Öffentliche Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs HafenCity 10 beschlossen werden sollte, ist abgesagt worden. Also, sie ist nicht verschoben, sondern sie entfällt!

Einen Grund hat die Behörde für die Absage nicht genannt, aber für uns ist klar: Zu viel Lärm auf den Schulhöfen und dann auch noch Elektrosmog auf dem Schulgelände (und auf dem gegenüberliegenden Baufeld am Lohsepark, auf dem Wohnungen und die Zentrale von Gruner+Jahr entstehen sollen) – das hat Politik und endlich auch die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen ins Nachdenken gebracht. Dabei wusste die Behörde schon seit diesem Sommer, dass der "Vorsorgewert" der Umweltbehörde für Elektrosmog auf den beiden Baufeldern überschritten wird.

Der Protest zeigt Wirkung: Sitzung verschoben

Am Freitag um 16.34 Uhr erreichte die Mitglieder der Kommission für Stadtentwicklung eine Mail: Die für den nächsten Montag angesetzte Sitzung werde auf den 21. Oktober 2019 verschoben. Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen benötige eine "längere Vorbereitungszeit".

Was steckt hinter der Verschiebung? Viele AnwohnerInnen, das Netzwerk HafenCity und auch die Initiative Schulcampus Lohsepark hatten die Kommissionsmitglieder, aber auch den Umweltsenator Jens Kerstan und die Spitze der Hamburger Grünen angeschrieben. Sie protestierten dagegen, dass der Bebauungsplan-Entwurf HafenCity 10 die gesetzlichen Grenzwerte für Lärm und Luftschadstoffe und auf dem Schulgelände den "Vorsorgewert" für Elektrosmog überschreite. Und forderten, dass die Kommissionsmitglieder daher der Öffentlichen Auslegung des Entwurfs nicht zustimmen, sondern Nachbesserungen verlangen sollten.

Elektrosmog auf dem Schulgelände

Es gibt Elektrosmog auf dem Baufeld des Schulcampus Lohsepark. Das hat ein offizielles Gutachten festgestellt: "Der von der Behörde für Umwelt und Energie der Stadt Hamburg empfohlene Vorsorgewert für sensible Nutzungen von 0,1 μT wird auf dem geplanten Gelände ,HafenCity ´ in einem Streifen von etwa 60 m entlang der Gleisanlagen überschritten."

Der Satz klingt nüchtern, hat es aber in sich: Die Umweltbehörde empfiehlt, in Gebieten mit solchen Elektrosmog-Belastungen keine Schulen (und auch keine Wohnungen) zu bauen. Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen plant aber genau das im Entwurf für den Bebauungsplan HafenCity 10.

Wie glaubwürdig sind SPD und Grüne? Werden sie in der Kommission für Stadtentwicklung auf Einhaltung dieser Empfehlung bestehen, die die Gesundheit der SchülerInnen schützen soll? Oder finden sie die Empfehlung der Umweltbehörde irrelevant? Hinzu kommt: Dass dieser "Vorsorgewert" auf dem Schulgelände nicht eingehalten wird, hat die Behörde den Mitgliedern der Stadtentwicklungskommission in ihrer knapp hundert Seiten langen Begründung zum Bebauungsplan-Entwurf verschwiegen.

Es ist zu laut! Viel zu laut!!

Man wird sich die Ohren zuhalten müssen in den Unterrichtspausen. Denn auf dem Schulhof des Schulcampus Lohsepark wird es, ebenerdig wie auf dem Dach, zu laut. Viel zu laut sogar. Das ist im neuen Bebauungsplan-Entwurf HafenCity 10 nachzulesen.

Die WHO empfiehlt einen Lärm-Grenzwert von maximal 55 db(A) für Schulhöfe. Doch dieser Wert wird wegen des Lärms von Bahn und Straßenverkehr - trotz der geplanten Schallschutzwände! - überschritten. Und was macht die Behörde, die den Bebauungsplan-Entwurf erstellt hat? Sie setzt den Grenzwert hoch auf 60 db(A). Und selbst dieser Wert wird nicht auf dem ganzen Schulhof eingehalten. Wobei man wissen muss: Eine Erhöhung von beispielsweise 50 auf 53 db(A) entspricht einer Verdoppelung des Lärms!

Hier werden die falschen Prioritäten gesetzt: Nicht die Verkehrsplanung und die städtebauliche Planung werden verändert, sondern den Kindern und den LehrerInnen wird mehr Lärmstress zu gemutet – in den Pausen, in denen sie sich erholen sollen, und im guten Ganztag.

Wann kommt das Forum?

Kein "Runder Tisch", sondern ein "Forum" soll es werden: Anfang Juli hat der Hauptausschuss der neu gewählten Bezirksversammlung Mitte beschlossen: Der Bezirksamtsleiter Falko Droßmann soll ein „Forum“ einberufen, in dem Fachbehörden, HCH, BürgerInnen und die Initiative Schulcampus Lohsepark gemeinsam die Planungen zur weiterführenden Schule und ein Quartierszentrum voranbringen sollen. Wir hoffen, dass dies dem Runden Tisch entspricht, den wir gefordert hatten. Der Beschluss ist hier nachzulesen

Bisher hat Bezirksamtsleiter Droßmann dieses Forum allerdings nicht einberufen. Und auch aus der Politik gibt es keine neuen Signale. Wir werden hier nicht nachlassen!

Und wie geht es mit der städtebaulichen Planung weiter? Nachdem der Schulsenator erklärt hat, der Schulcampus Lohsepark werde wegen der hohen SchülerInnenzahlen auf acht Züge anwachsen, muss der bisherige städtebauliche Entwurf angepasst werden. Wir gehen davon aus, dass dies derzeit geschieht.

Schulsenator Rabe positioniert sich gegen den Wohnungsbau

Der Schulsenator Ties Rabe musste gar nicht erst gefragt werden: Als er vergangene Woche zu Gast war beim Kreiselternrat 11, kam er schnell auf den Schulcampus Lohsepark zu sprechen. Und er verkündete: Der Schulcampus Lohsepark werde nicht, wie ursprünglich geplant, sieben Züge haben, sondern acht. Und deshalb werde es keinen Wohnungsbau auf dem Schulgelände geben. Das gesamte Baufeld 77 in der HafenCity werde nun für das Gebäude und die Frei- und Bewegungsflächen benötigt.

Darüber freuen wir uns endlich sehr! Denn genau dafür hat die Initiative Schulcampus Lohsepark gekämpft – für eine gute zukunftsfähige Schule mit genügend Raum für die Schülerinnen und Schüler, mit einem großen ebenerdigen Schulhof, mit Wachstumspotential. Angedeutet hatte Rabe dies schon bei seiner Pressekonferenz zum Schulentwicklungsplan (SEPL) vor wenigen Wochen: Die Zahl der Züge des Schulcampus Lohsepark sei noch in der Diskussion, sagte er damals.

Kommt alle an den Runden Tisch!

Endlich ist es fertig: "Das klügste Gebäude" haben wir unser Konzept genannt, das aus unserem Workshop zum Schulcampus Lohsepark hervorgegangen ist. Darin eingearbeitet haben wir unsere konkreten Vorstellungen für Schulgebäude und Freiflächen. Zum Beispiel halten wir einen zusätzlichen kleineren Bewegungsraum für notwendig, den auch nach Schulschluss Sportgruppen aus dem Quartier nutzen können. Der Schulhof sollte möglichst naturnah und anregend sein. Und natürlich ebenerdig.

Außerdem haben wir erläutert, warum es hier dringend Freizeitangebote für Jugendliche geben muss, wie Probenräume für Bands. Und welche Räume ein Quartierszentrum braucht. (hier downloaden) Und wir haben die großen Fraktionen im Bezirk-Mitte und an den Leiter des Bezirksamts Mitte aufgefordert, einen "Runden Tisch" zum Schulcampus Lohsepark einzurichten.

Und wer darf mitreden beim neuen Schulentwicklungsplan?

"Intensives Beteiligungsverfahren und Einbeziehung der Expertise vor Ort", fordert der GGG-Landesverband Hamburg. Doch Schulsenator Ties Rabe möchte die Diskussionen über den Referententwurf zum neuen Schulentwicklungsplan (SEPL) nur bis zum Herbst zu führen und dann den SEPL verabschieden. GGG-Vorsitzende Anna Ammon sagt: „Der Ausbau und die Weiterentwicklung des Hamburger Schulwesens wird die zentrale bildungspolitische Aufgabe des nächsten Jahrzehnts sein. Die GGG erhebt deshalb schwere Bedenken dagegen, dass der neue SEPL nun plötzlich mit großer Geschwindigkeit durchgeboxt werden soll."

Der GGG-Landesverband fordert die Beteiligung der Schulgemeinschaften und der Quartiere am SEPL-Entwurf, die Einbindung der Schulplanung in die Stadtentwicklung sowie einen Kriterienkatalog für Neubauten und Erweiterungen. Genau dies möchte auch die Initiative Schulcampus Lohsepark für die weiterführende Schule in der HafenCity erreichen. Doch das Verfahren zur SEPL-Diskussion schließt es aus, dass BürgerInnen und Eltern bei Schulen mitreden dürfen, die noch geplant werden, also bei der weiterführenden Schule in der HafenCity.

Ein Zentrum für die Menschen, die hier leben

Erst standen die Eltern und ihre Kinder am Baufeld 77, dann entdeckten sie Falko Droßmann, Leiter des Bezirksamts Mitte, und Gunter Böttcher, Vorsitzender CDU-Fraktion im Bezirk Mitte, vor dem Café Torrefaktum am Lohsepark. Die beiden waren mit ihrem öffentlichen Rundgang durch die HafenCity am Donnerstagachmittag früher fertig geworden als angekündigt.

Doch auch auf dem Bürgersteig lässt es sich gut über Anliegen von BürgerInnen aller Altersgruppen diskutieren – und so konnten die HafenCity-BewohnerInnen mit dem Bezirksamtschef und dem CDU-Fraktionschef darüber sprechen, was sie unter einer guten weiterführenden Schule verstehen. Ein moderner Schulcampus mit viel Platz für Bewegung, mit Räumen, die den Anwohnern abends zur Verfügung stehen, ein öffentliches Zentrum für die Menschen, die hier leben, ein Ort, an dem die SchülerInnen auch nach Schulschluss gerne sind, um gemeinsam Freizeit zu erleben – das sei, was hier in der zentralen HafenCity gebraucht werde.

Doch all das wird nur gehen, wenn das Baufeld 77 dem Schulcampus Lohsepark ganz zur Verfügung steht und dort kein Wohnhaus gebaut wird. Böttcher teilte diese Ansicht, und auch Droßmann äußerte sich mehr als kritisch über den geplanten Wohnungsbau.

"Die HafenCity muss lernen, wie so ein Kommunikationsprozess stattfinden kann"

"Die HafenCity ist Tango", so lautet das Zitat von Bezirksamts-Mitte-Chef Falko Droßmann auf dem Cover der neuen "HafenCity Zeitung". In dem mehrseitigen Interview geht es natürlich auch um den Schulcampus Lohsepark und die Forderung der Initiative, an den Planungen beteiligt zu werden, bei der Planung der weiterführenden Schule die Quartiersbedarfe zu berücksichtigen und das Grundstück deshalb nicht mit Wohnungen zu bebauen.

Von allen Quartieren in Mitte habe die HafenCity , so Droßmann, "den dringendsten Handlungsbedarf". Und den sieht er bei der "bürgerlichen Partizipation" und bei der "sozialen Infrastruktur" – genau das ist auch die Ansicht der Initiative Schulcampus Lohsepark. Das "aktuell aufregende Thema für die Menschen ist auch die Bebauung des Lohseparks mit dem neuen Schulcampus", führt Droßmann in dem Interview aus, "da ist neu, dass Menschen plötzlich teilhaben wollen an solchen Entscheidungen in der HafenCity. Und das ist für alle eine anspruchsvolle Aufgabe."

Nach Schulschluss geht das Leben weiter

"Wenn der Schulhof auf dem Dach ist, dann ist mit Schulschluss auch dessen Nutzbarkeit zu Ende" - so hat sich Gunter Böttcher, CDU-Spitzenkandidat für den Wahlkreis 1 in Mitte bei der Bezirkswahlen, im "Hamburg Journal" positioniert. Außerdem fordert er in dem TV-Beitrag, dass die Erdgeschossflächen des Gebäudes Vereinen, Verbänden und Ehrenamtlichen zur Verfügung stehen. Damit schließt Böttcher sich der Haltung der Initiative Schulcampus Lohsepark an, die das Schulgebäude auch als Quartierszentrum versteht.

Die CDU-Fraktion hatte bereits im Januar einen Antrag in der Bezirksversammlung eingebracht, auf dem Schulgrundstück keine Wohnbebauung zu errichten. Dieser wurde später im Hauptausschuss von SPD und Grünen abgelehnt. Am 9. Mai macht Böttcher ab 16 Uhr (Start: Marco-Polo-Terrassen) gemeinsam mit dem Bezirksamtsleiter Falko Droßmann einen Wahlkampf-Spaziergang durch die HafenCity. Der Spaziergang endet gegen 18 Uhr am künftigen Schulgrundstück. Dort sind dann "Zukunft und Perspektive" von weiterführender Schule und Bolzplatz Gesprächsthema.

"Die schlechteste Lösung sind riesige Gebäudeblöcke mit vier oder fünf Etagen"

Wie muss ein modernes Schulgebäude gestaltet sein? Christian Rittelmeyer, emeritierter Professor für Erziehungswissenschaft und Schulbau-Experte, gibt Antworten.

Herr Rittelmeyer, was zeichnet eine gute Schularchitektur aus?

Wir haben in unseren Untersuchungen drei maßgebliche Kriterien dafür gefunden. Die Schulbauten sollen anregend und abwechslungsreich wirken statt monoton. Sie sollen freilassend und befreiend statt eng und bedrängend wirken. Und sie sollen Wärme und Weichheit statt Kälte und Härte ausstrahlen. Außerdem muss das Gebäude zum pädagogischen Konzept passen. Wenn das individuelle, differenzierte Lernen möglich sein soll, dann muss es entsprechende Räume dafür geben. Ebenfalls sollte man die Anforderungen, die Inklusion mit sich bringt, berücksichtigen.

Gelten die Kriterien nur für das Gebäude oder auch für den Außenraum?

Natürlich müssen auch die Freiflächen diesem Anspruch gerecht werden. Gerade wenn die Kinder und Jugendlichen einen großen Teil des Tages in der Schule verbringen, wenn die Digitalisierung im Unterricht ausgebaut wird und sie viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, muss es einen Kontrapunkt geben. Sie müssen aus der Bewegungsarmut geholt werden. Das beginnt in der sogenannten bewegten Schule mit einer besonderen Dramaturgie des Unterrichts, der mal im Klassenraum, mal in anderen Arbeitsräumen oder auch mal draußen stattfindet. Und das setzt sich fort in den Pausen und im Ganztagsangebot. Da ist ein abwechslungs- und anregungsreich gestalteter Schulhof sehr wichtig.

Parkour, Probenraum und Politik

Probenräume für Bands. Schulgarten. Großzügige, ebenerdige Freiflächen. Lagerräume für Sportmaterial der Vereine. Büroräume fürs Ehrenamt. Parkour-Hindernisse. Beim Workshop der Initiative Schulcampus Lohsepark wurden stapelweise Moderationskarten mit Ideen für die Schule und ein Quartierszentrum beschrieben.

Kinder, Eltern, Anwohner, Vertreter von Vereinen und von Einrichtungen aus der HafenCity waren gekommen, um darüber nachzudenken, was auf dem Baufeld 77 entstehen sollte, was hier eine gute Schule und ein gutes Quartierszentrum, was ein Haus des Engagements ausmacht. Das gemeinsame Konzept wird die Initiative Schulcampus Lohsepark den planenden Behörden und den politischen Vertretern übergeben – mit der Bitte, dies bei der Ausschreibung für den Hochbauwettbewerb für die Schule zu berücksichtigen.

Streit hinter den Kulissen

Bezirksamt Hamburg-Mitte, der Hauptausschuss der Bezirksversammlung Mitte tagt und entscheidet über den Antrag von SPD und Grünen zum Schulcampus Lohsepark: "Die Planungen für den Teil des Areals, auf dem zurzeit Wohnungsbau angedacht ist, sollen bis zur Fertigstellung des neuen Schulentwicklungsplans zurückgestellt werden."

Das klingt anders als der Antrag, den SPD und Grüne im Bezirk-Mitte eine Woche zuvor per Pressemitteilung herumgeschickt hat. Darin hieß es noch: "Wir fordern eine Zurückstellung des Wohnungsbaus."

Was ist da passiert? Wieso wurde aus einem "fordern" ein "sollen"? Und woher kommt nun plötzlich die Verbindung zwischen Zurückstellung des Wohnungsbaus und dem Schulentwicklungsplan?

SPD und Grüne im Bezirk Mitte fordern "Zurückstellung des Wohnungsbaus"

"Daher setzen sich die Bezirksfraktionen von SPD und GRÜNE für die Nutzung des Geländes des Schulcampus für die soziale Infrastruktur und kreativ genutzten Freiraum ein und möchten die zurzeit für Wohnungsbau geplante Teilfäche freihalten."

Richtig gelesen? Das Schulgrundstück freihalten von einem Wohngebäude? Ja! Dieser Satz stammt aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Bezirksfraktionen von SPD und Grünen. Sie erläutert einen Antrag, den die beiden Fraktionen im Hauptausschuss einbringen wollen. In dem Antrag heißt es: "Wir fordern eine Zurückstellung des Wohnungsbaus und setzen uns für die Planung einer möglichen Nutzung des Areals des Schulcampus für soziale Stadtteilbelange und Sport (...) ein."

Damit unterstützen SPD und Grüne im Bezirk die Ziele der Initiative Schulcampus Lohsepark: Das gesamte Baufeld 77 zu einem lebendigen Bildungs- und Quartiersort machen – und kein Wohngebäude darauf zu bauen.

Wind und Gegenwind

Sehr optimistisch habe er 100 Stühle ins Ökumenische Forum gestellt, sagte der Moderator Sascha Bartz - aber dass nicht mal die ausreichten, das sei schon eindrucksvoll. Denn weit mehr als 100 Zuhörer waren an jenem Freitagabend zum 1. HafenCity Forum gekommen, um über den Schulcampus Lohsepark zu diskutieren. Auch zu dem Abend gekommen waren Vertreter von SPD, Grünen, CDU und Linke in Bezirks- und Bürgerschaftsfraktion.

Auf dem Podium saßen VertreterInnen von Schul- und Stadtenwicklungsbehörde, vom Aktivoli Landesnetzwerk und von der Initiative Schulcampus Lohsepark, Bezirksamtsleiter Falko Droßmann sprach einleitende Worte. Doch zu einer Podiumsdiskussion kam es nicht: Die BürgerInnen, Eltern, AnwohnerInnen, Interessierten wollten lieber selbst Fragen stellen, Vorschläge machen, Einwände erheben.

Wohnungen über der Schule: Frankfurt macht es vor.

Bild: expressiv/ AllesWirdGut/ Hertl.Architekten

"Hessens größtes Wohnungsunternehmen realisiert mit der Stadt Frankfurt die erste horizontal gemischte Hybridschule Deutschlands. Das bedeutet: In den beiden unteren Geschossen entstehen eine Grundschule samt Sporthalle, in den Geschossen darüber Wohnungen." So heißt es auf der Website des Wohnungsunternehmens Nassauische Heimstätte.

Anfang März wurde der Architekturwettbewerb für das Frankfurter Schönhof-Viertel entschieden. Das Stuttgarter Büro Ackermann + Raff legte den zum Sieger gekürten Entwurf vor für ein Gebäude, das eine Grundschule und Wohnungen vereint. Frankfurts Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider erklärt: „Wir haben einen großen Bedarf an Wohnungen und Schulen. Wir müssen daher neue, vielleicht auch unkonventionelle Wege finden, diese Bedarfe zu decken. Die Wettbewerbsbeiträge haben uns gezeigt, dass es sehr gute Lösungen gibt, um eine Schule, Sportflächen und Wohnungen gemeinsam in einem Gebäudekomplex unterzubringen.“

Hybride Nutzung? In Horn geht das schon.

Hoch oben im ehemaligen Axel-Springer-Haus hat Falko Droßmann sein Büro. Hinter seinem Schreibtisch steht die Hamburger Flagge, und aus dem Fenster blickt man über die Innenstadt, und hier und da weht auf einem Dach eine rote Fahne mit dem Stadtwappen.

Falko Droßmann ist Leiter des Bezirksamts Mitte. Er ist also noch nicht zuständig für ganze HafenCity, aber irgendwann, wenn das Quartier fertig ist, wird es dem Bezirk übergeben. Und dann wird er sich mit dem beschäftigen, was heute von der HafenCity Hamburg GmbH oder der Schulbehörde dort gebaut wird. Zum Beispiel der Schulcampus Lohsepark und wie dessen Räume und Freiflächen von den Anwohnern nach Schulschluss genutzt werden können.

Zeit für gute Ideen

Gleich zwei Bürgerschaftsabgeordnete der Linken nahmen sich Zeit für die Initiative Schulcampus Lohsepark: Sabine Boeddinghaus, Fachsprecherin für Bildung und Schule, Familie und Jugend, und Heike Sudmann, Fachsprecherin für Stadtentwicklungs-, Wohnungs- und Verkehrspolitik. Beide Politikerinnen freuten sich über unsere Idee, Wohnungen nicht neben die Schule zu platzieren, sondern aufs Schuldach zu setzen.

Und gleich am nächsten Tag nahm die Linke den Schulcampus Lohsepark in ihre Pressemitteilung auf. "Wenn der Schulsenator seine Ankündigung eines breit angelegten, transparenten und demokratischen Beteiligungsprozesses ernst meint, muss er sofort all seine übereilten und einsamen Planungen auf Reset stellen, etwa die Verdoppelung der Grundschulplätze in der Max-Brauer-Schule oder den Neubau der Campus Schule in der HafenCity.“

Das Kicken auf dem Schulhof ist untersagt!

Wenn an einem sonnigen Samstagnachmittag die Kinder auf dem Pausenhof des Schulcampus Lohsepark gerne kicken möchten, dann haben sie leider Pech gehabt: Die Bolzplätze sind verschlossen. Das Ballspielen ist hier nach Schulschluss nämlich verboten.

Dies ist nachzulesen im neuen Lärmgutachten, das die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen anfertigen lassen musste für die Neuauslegung des Bebauungsplan-Entwurfs HC 10. Wortwörtlich heißt es in dem Gutachten: "Die Bolzplätze auf dem Schulgelände im Plangebiet sind nicht zu betrachten, da diese nach Schulschluss nicht öffentlich zugänglich sein werden."

Und wo ist das Atrium geblieben?

An den Siegerentwurf des Städtebaulichen Gutachterverfahrens erinnert sich Jens Meyer noch sehr gut, denn er war damals als Vertreter der Politik in der Jury: ein Schulgebäude, dessen Zentrum ein großes Atrium ist.

Von dieser Idee der Atriumschule ist allerdings in der Überarbeitung des Entwurfs nichts übrig geblieben, wie er bei Betrachten des aktuellen Modells des Schulgebäudes feststellte. Unser Architekturmodell hatten wir natürlich mitgebracht, als wir den Bürgerschaftsabgeordneten Meyer und den FDP-Bezirk-Mitte-Kandidaten Jimmy Blum in der Geschäftsstelle der Partei besuchten.

Alle mal gemeinsam nachdenken!

„Wir fürchten, dass die anstehenden Planänderungen mit der Teilung des Geländes in einen Teil für Schule und einen Teil für Wohnen aufgrund ihrer mangelnden Weitsicht und Planungstiefe eine integrative Entwicklung von Schule und Quartier an diesem Ort nachhaltig behindern werden.“

Dies ist der Anfang eines Briefs, den wir an alle Fraktionen der Bezirksversammlung geschickt haben. Denn wir denken, dass auf dem Baufeld 77 ein zukunftsweisendes Schul- und Quartierszentrum entstehen sollte, „eine Clusterschule, die stadtteilübergreifend in das Quartier eingebunden ist, die freiwilliges Engagement und schulische Bildung aktiv zusammendenkt und im Zusammenspiel von Quartier und Schule die Kompetenzen der Menschen vor Ort stärkt und bündelt: über die Grenzen von Stadtteilen, Schulformen, Altersgruppen und Milieus hinweg“.

Mit Tiefgang

Die "Elbvertiefung", der tägliche Newsletter der "Zeit", hat über unseren Vorschlag berichtet, Wohnungen auf das Wohndach zu setzen. Auch der Charme dieser Idee wird in dem Text geschildert: dass man Grundstücksfläche spart und Wohnraum schafft, ohne das Baufeld 77 zu teilen. Und dass es da oben auf dem Dach deutlich leiser ist als in einem Wohngebäude neben dem Schulhof, wenn in den Pausen, am Nachmittag und am Wochenende die Freiflächen für Spiel und Bewegung genutzt werden.

Und auch unsere Idee, mit dem Schulcampus Lohsepark ein "Haus des Engagements" im Quartier zu schaffen, wird in dem Text vorgestellt.

Unser Win-Win-Win-Vorschlag

In Linz werden sie schon gebaut, in Frankfurt sind sie in der Planung: Wohnungen über einer Schule. Diese Idee, so schlagen wir vor, sollte man auch für den Schulcampus Lohsepark verfolgen. Denn es ist eine Win-Win-Win-Lösung: Die SchülerInnen haben einen vollständig ebenerdigen Schulhof. Das Quartier kann nicht nur Räumlichkeiten, sondern auch die gesamten Freiflächen nach Schulschluss und am Wochenende mitnutzen, der Schulcampus Lohsepark könnte ein "Haus des Engagements" werden (mehr dazu hier (PDF) ). Und es wird Wohnraum geschaffen.

Es wird immer enger

"Einen wunden Punkt" habe die ehemalige Schulsenatorin Christa Goetsch im Gespräch mit unserer Initiative getroffen, stellt das "Hamburger Abendblatt" fest: nämlich mit ihrer Kritik daran, vom Schulgrundstück einen großen Teil abzuzwacken und teuer zu verkaufen. "Enge und Kinder – das passt nicht zusammen", mit diesen Worten wird Goetsch in dem Artikel zitiert.

Das "Hamburger Abendblatt" schildert außerdem, wie sich Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen gegen die Verdichtung der Max-Brauer-Schule wehren, und warnt: "Dabei sind die Kapazitätsprobleme, die in Altona jetzt offenbar werden, erst der Anfang. In den kommenden Jahren rollt auf die Schulen eine Schülerwelle zu. Laut der aktuellen Prognose ist gegenüber 2017 mit einem Zuwachs der Schülerinnen und Schüler um 25 Prozent bis 2030 zu rechnen."

Anders gesagt: Beim Schulcampus Lohsepark schaffen die Behörden sich aus kurzfristigen finanziellen Interessen genau die Platzprobleme, unter denen andere Schulen schon jetzt leiden.

Platz da für gute Schulen!

"Herr Rabe, Herr Tschentscher, zählen wir Kinder für Sie erst wieder, wenn wir Steuern zahlen oder bei Xing arbeiten?", war auf einem Plakat zu lesen, ein anderes forderte "Kleine Kinder, kleine Schulen". Große Banner zeigten das Pömpel-Logo. Und dann gab es da noch den Slogan "unteilbar. Schulcampus Lohsepark", den hatten wir zur Demo der Elterninitiative der Max-Brauer-Schule vor dem Rathaus Altona mitgebracht.

Die rund 500 Demonstranten protestierten gegen die Verdichtung bestehender Schulen und forderten stattdessen den Bau neuer Schulen. An diesem Montagnachmittag waren sie durch Altona marschiert und dann pünktlich und lautstark am Rathaus angekommen – um dort live zu verfolgen, wie der Ausschuss für Kultur und Bildung der Bezirksversammlung Altona tagte.

Tschentscher fordert "konkrete Räume" für das Ehrenamt in Schulneubauten

"Für die Förderung des Ehrenamtes als eine der zentralen Stützen für Integration und sozialen Zusammenhalt brauchen wir dringend konkrete Räume und Ansprechstellen. Einer der Orte dafür müssen in Hamburg die Schulen werden, insbesondere bei den Neubauten muss dies auch bereits bei der Planung baulich vorgesehen werden."

Der Satz könnte von uns sein. Ist er aber nicht. Gesagt hat ihn jetzt Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher bei der Aktivoli-Freiwilligenbörse in den Börsensälen der Handelskammer.

Das heißt logischerweise: Konkrete Räume und Ansprechstellen fürs Ehrenamt müssen in die Planung des Schulcampus Lohsepark integriert werden. Sagen wir doch schon die ganze Zeit!

Kompromisslos

„Ein Kompromiss ist die Lösung eines Konfliktes durch gegenseitige freiwillige Übereinkunft, unter beiderseitigem Verzicht auf Teile der jeweils gestellten Forderungen“ – so lautet die Definition bei Wikipedia.

Was die Schulbehörde von Senator Ties Rabe (SPD) unter Kompromiss versteht, ist allerdings etwas vollkommen anderes, wie wir jetzt bei einer Gesprächsrunde feststellen mussten. Für sie ist der Kompromiss: Die ebenerdigen Freiflächen des Schulcampus Lohsepark werden genau so, wie die Jury des Städtebaulichen Gutachterverfahrens empfohlen hat: 4000 Quadratmeter groß (bzw. klein). Wir hingegen verstehen unter Kompromiss eine Übereinkunft zwischen der Schulbehörde und der Initiative Schulcampus Lohsepark – also ein Kompromiss zwischen den 4000 Quadratmetern und unserem Wunsch nach vollständig ebenerdigen Freiflächen von rund 7500 Quadratmetern.

Das klügste Buch im Regal

„Herz des Stadtteils. Knotenpunkt. Quartierszentrum. Bildungslandschaft. Community School. Vensterschool: Es gibt viele Namen für die Idee, dass eine Schule mehr sein muss als eine Lernanstalt, nämlich ein Bildungszentrum des gesamten Stadtteils.“

Mit diesen Sätzen beginnt unser Papier, in dem wir skizziert haben, was der Schulcampus Lohsepark – über seine Funktion als weiterführende Schule hinaus – im Stadtteil leisten könnte und sollte. „...the smartest book on the shelf“ beschreibt, wieso auf dem Baufeld 77 über das „Musterflächenprogramm“ der Schule hinaus gedacht werden muss, wieso jetzt die hybride Nutzung durch Schule und Quartier geplant werden muss und wieso der Bezirk Hamburg-Mitte genau an dieser Stelle einen Quartiersort braucht. Das Papier gibt es hier (PDF)

Nicht zuständig oder kein Zustand?

Und wieder waren wir unterwegs mit dem Architekturmodell für das Baufeld 77 – dieses Mal haben wir die SPD besucht. In der Clemens-Schultz-Straße saßen wir rund zwei Stunden mit Jette von Enckevort (Bürgerschaftabgeordnete) und Thorben Wiencke (Fraktionsgeschäftsführer für den Bezirk Mitte) zusammen.

Wie wichtig das Baufeld 77 und der Schulcampus Lohsepark nicht nur für die SchülerInnen ist, sondern für das gesamte Quartier, darum ging es vor allem in dem Gespräch. Und was für das Quartier wichtig ist – zum Beispiel ein lebenslanger Lernort, ein Treffpunkt für Jugendliche, ein Beratungszentrum, eine Stadtteilbibliothek –, das ist eigentlich Sache des Bezirks.

Noch Fragen, bitte?

Vor jeder Bezirksversammlung haben die Bürger die Möglichkeit, den Abgeordneten ihre Fragen zu stellen. Die haben wir jetzt genutzt und natürlich nicht nur eine Frage, sondern eine ganze Liste von Fragen verlesen. Ob die Abgeordneten wissen, dass mit der Clusterschule aus Gymnasium und Stadtteilschule ein Modellprojekt für Hamburg startet? Hat der Bezirk eine Position (wie z.B. ein Anforderungskatalog) zum Schulcampus Lohsepark, die die Bedeutung als ein „sozialräumliches Stadtteilzentrum“ festschreibt? Den vollständigen Fragenkatalog gibt es hier .... (PDF) Wir haben das Papier auch gleich einer Vertreterin des Bezirks Mitte übergeben, die es nach der Sitzung an die Fraktionen weitergeleitet hat.

Gesprächsbereit

Burchardtstr. 21, vierte Etage: Hier sitzt der Landesverband der Grünen, hier haben die Abgeordneten ihre Büros. Und hier war die Initiative Schulcampus Lohsepark zum Gespräch eingeladen. Im Besprechungsraum saßen wir zusammen mit Farid Müller (Bürgerschaftsabgeordneter aus dem Bezirk Mitte), Olaf Duge (Experte für Stadtentwicklung und Schule), Michael Osterburg (Abgeordneter in der Bezirksversammlung Mitte) und Nicole Baumgarten (Referentin für Schule und Berufsbildung).

Punkt für Punkt

„Die erwartbar bunte Mischung von SchülerInnen miteinander und mit der Nachbarschaft zusammenbringen“. Oder: „Vielfältige Räume sowie Freiflächen mit hybriden Nutzungsmöglichkeiten für Schule und Quartier bereit halten“. In einem 6-Punkte-Papier haben wir die Ideen und Vorstellungen unserer Initiative Schulcampus Lohsepark zusammengefasst. Nachzulesen ist es hier:

Da braut sich was zusammen

Dicht, dichter, am dichtesten, das ist nicht nur auf dem Baufeld 77 in der HafenCity die Leitlinie der Behörden. Deshalb hat sich die Eltern-Initiative „Das muss anders gehen“ an uns gewandt. Und uns gebeten, ihre Online-Petition zu unterstützen, was wir hiermit gerne tun. Denn auch an der Max-Brauer-Schule soll der Platz für die SchülerInnen zusammengestaucht werden, um auf minimaler Fläche maximal viele Kinder unterzubringen. https://weact.campact.de/petitions/fur-einen-bedarfsangemessenen-neubau-von-schulen-statt-ausbau-der-vorhandenen

Angedockt!

Und wieder ist eine Baugruppe aus der HafenCity unserer Initiative beigetreten. Es ist Dock 71 – eine Gemeinschaft, die schon seit zweieinhalb Jahren im Quartier wohnt. Auf ihrer letzten Sitzung wurde entschieden: "Die Baugruppe Dock 71 unterstützt das Engagement der Initiative Schulcampus Lohsepark für eine gute weiterführende Schule in der HafenCity und für die Quartiersnutzung von Schulräumlichkeiten und Freiräumen auf dem gesamten Baufeld 77 und beschließt, der Initiative Schulcampus Lohsepark beizutreten."

Christa Goetsch: "Enge und Kinder – das passt nicht zusammen"

Initiative Schulcampus Lohsepark: Frau Goetsch, in Hamburg ist Wohnraum knapp. Der rot-grüne Senat will daher einen Teil des Grundstücks der weiterführenden Schule in der HafenCity verkaufen und mit Wohnung bebauen lassen. Halten Sie das für richtig?

Sorge um die "Würde und Bedeutung" des Gedenkorts

"Die Bereitschaft, über das Für und Wider zu diskutieren, scheint bei der Schulbehörde begrenzt so sein", schreibt die "Welt". In dem Artikel "Kinder aufs Dach? Schulstreit geht weiter" wird unsere Kritik an der Teilung des Schulgrundstücks dargestellt, und dass die Schulbehörde an ihrer Position festhält.

„Staatlicher Geiz auf die Spitze getrieben“

Effizienz zu Lasten der Kinder – die „Taz“ kritisiert die Politik der Schulbehörde, durch Platzminimierung bei Schulgrundstücken Geld zu sparen oder sogar Geld zu machen. Als Beispiele dafür führt die „Taz“ fünf Schulen an, darunter auch den Schulcampus Lohsepark.

"Wir unterstützen das Engagement"

Wir haben Post bekommen: „Das Anliegen der Initiative Schulcampus Lohsepark ist im Interesse künftiger Schülergenerationen absolut sinnvoll, und wir unterstützen das Engagement, das gesamte Baufeld 77 als gesamtes Schulgrundstück sowie einen vollständig ebenerdigen Schulhof zu erhalten – wie es im Entwurf des Bebauungsplans vorgesehen ist.“

Die Glaubwürdigkeitsfrage

„Senat schiebt Spekulationen einen Riegel vor – Grundstücke der katholischen Schulen an Bildungsnutzung gebunden. Lukrativer Verkauf ausgeschlossen“, so übertitelte das Hamburger Abendblatt am 17.12.2018 eine Geschichte im Lokalteil. Darin ist zu lesen: Der rot-grüne Senat will verhindern, dass der Schulnutzung gewidmete Grundstücke meistbietend verkauft werden, um dort „lukrativen Wohnungsbau zu ermöglichen“.

Von Papiervögeln und Seilbahnen

Sitzsteine, Klettergeräte in Form von Papiervögeln, Schaukel, Seilbahn, Jugendclub, Bolzplatz, Baumreihen, Beete, Naturteich: Die künftigen Schülerinnen und Schüler des Schulcampus Lohsepark hatten sehr viele Ideen für einen guten Schulhof.

Kommt und bastelt!

Ein kleines Fußballfeld. Beete. Ein Jugendtreff. Parkour-Hindernisse. Bäume und Hecken. Ruhige Ecken zum Chillen.

Die Initiative Schulcampus lädt Kinder, Eltern, Anwohner, Interessierte ein, im maßstabsgerechten Modell die Freiflächen auf dem Schulgrundstück des Schulcampus Lohsepark zu gestalten. Architekturmodell und Bastelmaterial sind da, von kleinen Menschen bis zum großen Baum, und nun brauchen wir eure Kreativität! Kommt vorbei und baut einen schönen Schulhof oder malt ihn auf Papier (ein Kunstpädagoge ist vor Ort!):

Samstag, 8. Dezember 2018, von 10-12 Uhr, Gemeinschaftsraum Dock 71, Am Lohsepark 16.

"Die Politik sollte froh sein, dass mündige Bürger sich beteiligen"

Will die Initiative Schulcampus Lohsepark sich beteiligen an den künftigen Planungen für die weiterführende Schule? Wollen Eltern, Anwohner, Engagierte aus der HafenCity und den angrenzenden Stadtteilen ihr Expertenwissen in dieses Pilotprojekt für Hamburg einer Clusterschule aus Stadtteilschule und Gymnasium einbringen? Und wollen sie als Hamburger BürgerInnen ihre kritische Haltung zu einer Teilung des Grundstücks und zum Schulhof auf dem Dach weiterhin vertreten?

Oberbaudirektor Höing: „Wir haben versprochen, dass Sie die Planungen begleiten sollen“

„Ich maße mir an zu sagen: Wir nehmen die Bürgerbeteiligung ernst.“ Diesen Satz sagte der Oberbaudirektor Franz-Josef Höing auf unsere Frage, ob die Initiative Schulcampus Lohsepark an den künftigen Planungen für die weiterführende Schule beteiligt werden soll. Gestellt hatten wir sie bei der Veranstaltung „Mitten in Hamburg – Mitten am Tag: Hamburgs Stadtentwicklung“ im Gemeindesaal der St. Petri Kirche, in der der Oberbaudirektor aktuelle Stadtentwicklungsprojekte erläuterte.

Für uns war diese Mittagsveranstaltung also eine gute Gelegenheit, genauer in Erfahrung zu bringen, was er von unserer Partizipation an der Schulplanung hält. Höing antwortete: „Wir beteiligen Bürger nicht, weil man das dummerweise heute so machen muss, sondern wir tun das, weil wir überzeugt sind, dass Bürgerbeteiligung richtig ist, weil wir dabei die Expertise der Menschen vor Ort einsammeln.“ Das freut uns! Denn das denken wir nämlich auch!

Der Schulsenator stellt uns seine Bedingung

Nun hat es stattgefunden, unser Treffen mit Schulsenator, Geschäftsführer der HafenCity Hamburg GmbH und einem Vertreter der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) – der Oberbaudirektor selbst hatte leider kurzfristig abgesagt.

Der Schulsenator Ties Rabe hat uns eine Bedingung der Schulbehörde dafür genannt, dass wir als Initiative Schulcampus Lohsepark an den kommenden Planungen für die weiterführende Schule beteiligt werden: Wir sollen akzeptieren, dass rund die Hälfte der Schulhoffläche auf dem Gebäudedach platziert wird.

Die drei Fragezeichen

Wie, nur 4000 Quadratmeter ebenerdiger Schulhof? Sind darin auch noch die Flächen für die Mülltonnen und die Verkehrswege eingerechnet? Und nehmen die beiden Kleinspielfelder auf dem Schulhof tatsächlich zwei Drittel der Fläche ein?

Und das soll es jetzt sein?

Da ist sie, die Überarbeitung des städtebaulichen Entwurfs für das Baufeld 77. Genauer gesagt: auf Baufeld 77a fürs Wohnen und 77b für den Schulcampus Lohsepark, denn in den Plänen der HafenCity Hamburg GmbH ist das Grundstück schon geteilt.

Mitdenken, mitreden

Bei unserem Initiativen-Treffen mit den Bürgerschaftsabgeordneten Anfang September hatten Carola Veit (SPD) und Stefanie von Berg (Grüne) vorgeschlagen, dass die Initiative Schulcampus Lohsepark an der weiteren Entwicklung des Schulcampus Lohsepark beteiligt werden. Auch der Schulsenator unterstützt dies, wie er der Initiative inzwischen in einem Gespräch mitgeteilt hat. Sehr gut! Denn natürlich möchten wir die Vorstellungen der heutigen und künftigen Quartiersbewohner, der Bewohner benachbarter Stadtteile, der Eltern, der Kinder in die weiteren Planungen einbringen.

Deshalb lädt die Initiative Schulcampus Lohsepark alle Unterstützerinnen und Unterstützer und alle Interessierten ein, über die weitere Entwicklung des Baufelds 77 zu diskutieren. Der Termin ist:

Montag, 19. November 2018, 20 Uhr, Gemeinschaftsraum Dock 71, Am Lohsepark 16.

Wir freuen uns auf einen lebendigen Abend!

Tooooor!

Wir haben einen sehr schönen Anruf bekommen: Ein Geschäftsführer der Baugemeinschaft „Tor zur Welt“ hat uns mitgeteilt, dass die ganze Baugemeinschaft unserer Initiative Schulcampus Lohsepark beitritt. Eine weitere Baugemeinschaft diskutiert gerade den gleichen Schritt. Das finden wir großartig! Herzlich willkommen!

Schluss mit der Geheimniskrämerei

Unser Beharren auf Transparenz hat Erfolg gehabt! Die Schulbau Hamburg hat einige Unterlagen zum Städtebaulichen Gutachterverfahren auf ihre Website gestellt. Nun ist der Siegerentwurf von Haas Cook Zemmrich Studio 2050 öffentlich und auch die Vorschläge der anderen Architekten für den Schulcampus Lohsepark (man findet die Entwürfe am Ende des Protokolls der Jurysitzung).

Auf Kosten der Kinder

"Opfert die Stadt die Freiflächen einer Schule, um an Immobilien zu verdienen? Dieser Eindruck liegt nahe" – so heißt es im dem "Wohnungsbau statt Modellschule?" betitelten Text der "Welt". In dem Aufmacher des Lokalteils wird geschildert, wie die Schule im Siegerentwurf des Städtebaulichen Gutachterverfahrens zusammengedrängt wird für einen Wohnblock, "der mehr Bruttogeschossfläche hat als die Schule".

Den Artikel der Welt gibt es hier.

Abreißen und mitmachen!

Wir sind schon ziemlich viele in der Initiative Schulcampus Lohsepark, aber wir wollen natürlich immer mehr werden. Deshalb haben wir einen Flyer entworfen mit Abreißzetteln für Blog und Newsletter, den ihr ausdrucken und aufhängen könnt. Danke fürs Mitmachen! Newsletter-Ausdruck zum Download

„Lassen Sie Luft zum Leben!“

„Schule muss zukunftsfähig sein“, „Setzen Sie auf das Nicht-Planbare“, „Kinder brauchen Raum, der Schulhof auf dem Dach ist keine Lösung“, “„Lassen Sie Luft für das Leben in der HafenCity“ – die Botschaft an die Politiker war eindeutig: Das Baufeld 77 soll für den Schulcampus Lohsepark reserviert bleiben; das Grundstück soll nicht geteilt werden, damit hier eine gute Schule entstehen kann.

Farid Müller: So nicht!

Zu Kaffee und Kuchen hatte Farid Müller ins Klein&Kaiserlich am 18. August eingeladen, um mit den Bürgern und Quartiersbewohnern über die HafenCity, Verkehr, Luftverschmutzung, Pferdekutschen am Kaiserkai, Kitas und Kinder-Betreuungsschlüssel zu sprechen. Und über den Schulcampus Lohsepark.

Vertrauenskrise

In ihrer August-Titelgeschichte berichtet die HafenCity Zeitung über unsere Initiative, unser Anliegen und unsere Verärgerung darüber, dass die Behörden intransparent agieren und hinter unserem Rücken Fakten schaffen wollen.

Zum Gespräch zwischen unserer Initiative Schulcampus Lohsepark und Vertretern der Hamburgischen Bürgerschaft haben sich inzwischen Abgeordnete verschiedener Parteien angemeldet. Termin: 3. September, 19.30 Uhr, Gemeinschaftsraum Dock 71, Am Lohsepark 16.

Halbe Wahrheiten

Werden bei der Planung zum Schulcampus Lohsepark die Bürger eigentlich ernst genommen? Werden also die Hamburger Bürger von den Behörden korrekt informiert?

DIE ZEIT: Platz da! – Von Christoph Twickel

"Seit Jahren soll in der HafenCity eine weiterführende Schule entstehen. Nun plant die Stadt, einen Teil des Grundstücks für Wohnungsbau zu nutzen. Das regt die Eltern mächtig auf." Zum gesamten Artikel

Offener Brief an die Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft

Nun ist der Brief abgeschickt: Alle Fraktionen der Hamburger Bürgerschaft haben den Text bekommen, in dem wir unsere Sorgen über die Planungen zum Schulcampus Lohsepark schildern und in dem wir unser Befremden über den intransparenten Prozess formulieren.

„Kinder brauchen Auslauf!“

Sie saßen im Kreis um das Architekturmodell herum und waren verärgert, fassungslos, enttäuscht: So eine schmale Schlucht zwischen zwei Klötzen soll der Pausenhof des Schulcampus Lohsepark sein, der künftigen weiterführenden Schule ihrer Kinder?

Die "Zeit" zu Besuch

Heute war ein Fotograf für den Hamburg-Teil der "Zeit" bei uns. Am Tag zuvor hatten wir unsere Unterstützer gebeten, zu dem Fototermin zu kommen. Und trotz dieser Kurzfristigkeit kamen sie - mit Kindern, Kinderwagen, Fahrrädern und Lastenfahrrädern, zu Fuß. Die Kinder im Krippen-, Kita- und Grundschulalter tobten fröhlich auf dem Grundstücksteil, den die Behörden ihrer künftigen Schule wegnehmen wollen. Am Donnerstag sehen wir uns in der "Zeit!"

Informationsveranstaltung zum Schulcampus

Ein weiteres spannendes und vor allem auch für die Entwicklung des Lebens im Stadtteil sowie die Stärkung der sozialen Infrastruktur ausgesprochen wichtiges Vorhaben wirft seine Schatten voraus: In den kommenden 3 Jahren wird der sogenannte „Schulcampus Lohsepark“ geplant und gebaut. Hier sollen eine Stadtteilschule und ein Gymnasium unter einem Dach entstehen.